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Koppelunfall   
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Patrizia
Rai-Reitlehrerin


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BeitragVerfasst am: 06.12.2007, 13:23    Titel: Koppelunfall   Antworten mit Zitat

Für alle, die es ineressiert möchte ich hier mal von meinem Koppelunfall berichten. Vielleicht hilft es ja auch mal darüber zu schreiben und vielleicht hat auch jemand einen Tipp für mich...

Wie ihr vielleicht wisst steht meine Tinker-Stute in einem Offenstall mit rießigen Koppeln und ca. 30 Pferden. Um an sein Pferd zu kommen muss man also auf die Koppel, was manchmal eine "Weltreise" ist. Vor ca. einem halben Jahr kam ein neues Pferd dazu, ein polnischer Trakehner und Schecke. Ich weiß nicht, ob es an der Farbe lag, aber er freundete sich gleich mit meinem Tinker an. Das heißt meine wollte eigentlich nicht so recht, aber er lief ihr immer hinterher und wollte bei ihr sein. Ich habe mir auch nichts dabei gedacht, fande es eher amüsant. Nachdem er 2 Wochen da war, ging ich auf die Koppel, um mein Pferd zu holen. An diesem Tag mussten wir sehr weit laufen. Der Trakehner stand bei meiner Stute und ich ging zu ihr hin, legte ihr das Halfter an und lief los. Der Trakehner konnte das wohl nicht akzeptieren und wurde sehr aufdringlich. Ich hab mit meinem Strick etwas "gewedelt", um ihn zu verjagen, aber ich glaube das machte ihn erst recht wütend. Er nahm Anlauf, sprang von der Seite auf mich zu, warf mich zu Boden und trampelte über mich drüber. Das allein fand ich noch nicht mal so schlimm, obwohl er sich eher wie ein Stier verhalten hat, als wie ein Pferd. Die Situation beruhigte sich dann auch und beide frassen weiter. Doch da meine noch ihren Strick dran hatte wollte ich nochmal zu ihr, um diesen zu entfernen. Ich bewegt mich nur einen Schritt vom Fleck um zu schauen, wie ich am besten an sie ran komme, da legt er erneut los. Sprang wieder auf mich zu, ich lief natürlich weg hatte aber keine Chance. Er biss mich in den Rücken warf mich nochmal um und trampelte auch wieder über mich drüber. Ich lag also am Boden und sah wie er erneut zum Angriff ansetzte. Ich sprang so schnell ich konnte Richtung Koppelzaun, das "Monster" hinter mir her und als er mich fast erneut erwischte war ich am Zaun angekommen, warf mich zu Boden und kroch unter dem Zaun durch. Das war wirklich knapp und klappte auch nur, weil wir ziemlich näh am Zaun waren. Das Pfed ist nun mal schneller und stärker. Doch leider war es noch nicht zu Ende, denn dieser Zaun trennte nur die eine Koppel von der anderen und ich musste noch eine rießen Koppel mit sehr hohem Gras durchlaufen. Da der Trakehner am Zaun sehr aufgeregt hin und her lief, dachte ich immer der springt über den Zaun und verfolgt mich weiter. Dann hätte ich wirklich keine Chance mehr gehabt, denn es war weit und breit kein Mensch ,Haus oder wenigstens ein Baum. Ich kann euch sagen ich habe in diesem Moment mit meinem Leben abgeschlossen, hoffte das es schnell gehen würde und dachte nur an meine Kinder, die ohne Mutter aufwachsen müssen....ich dachte ein Raubtier wäre hinter mir her, das mich unbedingt töten will.

Irgendwann erreicht ich dann aber völlig außer Atem und in Todesangst das Ende der Koppel und fühlte mich dann etwas sicherer. Dann kam ich an eine Baustelle, wo ich telefonieren konnte und mein Mann holte mich dann ab. Mit mir war noch eine Frau mit ihrer Tochter auf der Koppel. Das Mädchen konnte sich retten doch die Frau wurde auch angegriffen (vielleicht mein Glück sonst hätte er mich doch noch weiter verfolgt). Sie packte er am Arm und schmiss sie durch die Luft. Kurze zeit darauf wollte mich ein Mann vom Stall suchen, da sie dachten ich liege verletzt in der Koppel. Auch diesen Mann hat er angegriffen, obwohl er sich nur am Zaun aufhielt. In dem Moment als sich der Mann umdrehte wurde er angegriffen, zu Boden geworfen und er schlug ihm ins Gesicht, sodass ihm mehrere Zähne fehlte.
Dieses Pferd war dann noch bis Mitte Oktober da, allerdings getrennt von den andern, und wurde dann an die Nordsee verkauft, obwohl die Käuferin wusste, was er getan hat. Es kam auch hinterher raus, dass er schon mehrere Leute angegriffen hatte. Auch wenn bei uns jemand an der Koppel entlang ging, wolte er immer angreifen obwohl meine Stute ja dann gar nicht mehr bei ihm war, sondern er mit einem Wallach zusammen stand. Ich bin der Meinung, dass es nur ein Hirntumor sein kann und dieses Pferd eigentlich eingeschläfert hätte werden müssen. Ich weiß jeder hat eine Chance verdient, aber wer weiß wem er noch alles weh tut....

Das ist also meine Geschichte. Ich muss sagen ich kam mir vor, als ob ich einen Krimi geschrieben hätte... aber ich glaube es tat auch ganz gut mal darüber zu schreiben, obwohl natürlich alles wieder hoch kam!
Meine Probleme haben sich dann erst nach und nach aufgebaut, ich dachte am Anfang ich könnte wieder rein, da "er" ja nicht mehr da war. Aber als das erste Pferd auf mich zulief verließ ich fluchtartig die Koppel und von da an wurde es immer schlimmer. Ich kann nicht merh alleine in Stall, bekam am Anfang sogar Panik, wenn ich durch den Ort gefahren bin. Ich litt einfach immer noch unter diesem Verfolgungswahn und sah überall dieses Pferd auf mich zuspringen. Mir fällt es sogar schwer irgendwo spazieren zu laufen, wo es nur Wiesen und Felder gibt ohne "Versteckmöglichkeit".
Viele raten mir zu einer Therapie, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich jemals mit dem Ort, wo es passiert ist klar komme. Und ich muss auf diese Koppel, wenn ich zu meinem Pferd will. Stallwechel, Zeit vergehen lassen, Therapie....ich weiß es nicht...

Ja so schnell kann es gehen und es wird einem das geliebte Hobby genommen!!!!!

Danke fürs zuhören
viele Grüße Patrizia
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Elisa



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BeitragVerfasst am: 06.12.2007, 14:29    Titel:   Antworten mit Zitat

Puh das hört sich echt heftig an, und wenn mir das so irgendjemand erzählt hätte, würde ich es wahrscheinlich nicht glauben, oder denken, der hat sich einfach nicht pferdegerecht benommen!
Ich kann dich gut verstehen, und ich glaube nicht, daß man so einfach und ohne Hilfe über so einen Alptraum hinwegkommt!

Vielleicht schaffst du es trotdem, in dem du von dir selbst, in kleinen schritten immer mehr verlangst:
Vielleicht versuchst du am Anfang nur mal 2 Meter auf einen Koppel zuzugehen, oder es 2 Minuten dort auszuhalten, immer wieder mit dem Wissen, daß kein Pferd sonst so sein wird.
Du kannst ja auch an einem Platz anfangen, an dem du dich wohlfühlst, also wo genug Verstecke sind.( eigentlich so ähnlich wie beim Pferdchen)
Ich glaube es ist sehr wichtig, daß du über dein Trauma hinwegkommst, was auch immer du mit deinem Pferd, Stallwechsel, oder was auch immer machst Alles wird gut!

Kopf hoch, und viiiel Mut, und Wille Hoho Bussi
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Tierverrückte



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BeitragVerfasst am: 06.12.2007, 14:48    Titel:   Antworten mit Zitat

Hi!

Das ist ja echt superheftig. Wie ein albtraum! Abartig, dass kranke Pferde zu soetwas fähig sind. Und so ohne Grund...
Alles wird gut!
Ich würde dir auch zu einer Therapie raten, die dir hilft das zu verarbeiten. Ich weiß, dass sowas sehr schwer ist, aber du hast ja unterstützung. Gehe soweit, dass deine Panik noch nicht bei 10 von 10 ist, sondern erst bei sieben und dann warte, bis es besser ist. So geh immer weiter. Nimm dir ruhig auf die Koppel eine Gerte mit, wenn du dein Pferd holst und zu anfangs deinen Mann. Dann kannst du ja mal versuchen, dass er am Rand stehen bleibt und du etwas alleine stehen bleibst. Bleibe in der Situation und spring nicht raus, sonst wird es immer schlimmer. Bereite es gut vor und stelle es dir oft einfach so vor! Es ist wirklich wichtig, dass wenn du gehst um soetwas zu üben, dann sollte es so vorbereitet sein, dass es klappt!
Ich weiß nicht, ob ein Stallwechsel dir weiterhilft, denn auch da sind Koppeln. Ich rate dir nur schnell daran zu arbeiten, denn je länger du wartest, umso schlimmer wird die Angst! Das wichtigste ist, du musst es wollen, sonst nützt dir keine Therapie der Welt etwas!

Lass dir deine Süße von deinem Mann von der Koppel holen und versuche mit deiner Süßen viel Zeit zu verbringen, dass du diesen Ort wieder mit etwas positivem verbindest. Denn Tiere helfen einem ja am besten, wenn es um die Seele geht. Soweit meine Erfahrung!

Vielleicht hilft dir das etwas!

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Caprivi
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BeitragVerfasst am: 06.12.2007, 18:43    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Patrizia,

ein heftiges Erlebnis.

Ich kann mir nicht vorstellen, das er gesund ist. Hoffe nur, dass es in dem neuen Stall keine Katastrophe gibt.

Todesangst ist schlimm und auch ich will Dich darin bestärken, professionelle Hilfe zu suchen.

Es ist doch schon stark, dass du es hier schreiben konntest. Dieses schöne Hobby mit den Tieren sollte für Dich so nicht enden.

Alles Gute

Holger

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WhiteCat



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BeitragVerfasst am: 06.12.2007, 18:58    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Patrizia!
Boah das ist ja echt heftig! Geschockt
Und es hat bestimmt Mut dazu gehört das hier zu schreiben!
Ich bin mir nicht sicher ob dieses Pferd krank ist oder so misshandelt wurde das es tötungswillen zeigt (es wäre nicht das erste Pferd) aber er ist ja verkauft und man kann nur hoffen das die jetzigen Besitzer das richtige tun.

Was deine Angst angeht, die kann ich sehr gut verstehn! Ich hab früher auch so schon immer etwas Angst auf Koppel und in Pferdeherden gehabt und das ist ja wircklich ein Alptraum! Alles wird gut! Ich denke du solltest dir auf jeden Fall Hilfe holen! Ob das nun in Form einer Therapie sein muss kann ich nicht beurteilen aber allein solltest du das nicht versuchen durch zu stehn! Die Tips die du hier schon bekommen hast find ich auch gut! Lass dir zeit, lass dir helfen und vielleicht versuchst du erst ma dein Pferd in einer kleineren Gruppe unter zu bringen und bei Pferde zu stellen die du kennst und einschätzen kannst!
Ich hoffe dazu ist kein Stallwechsel nötig, denn ich denke du musst mit dem Ort des geschehns wieder klar kommen...
Aber 30 Pferde?! Das ist (im Moment) mit Sicherheit zu viel für deine Nerven!!!

Hm ich bin mir nicht sicher ob ich das hier schreiben soll... Ich tus einfach ma, wenn sowas unerwünscht ist bitte bei mir melden: Ich werd für dich beten! Wenn du das garnicht willst dann kannst du mir ne PN schicken. Jesus ist der Menschenretter und Seelentröster der wirklich Heilung schenken kann!
LG Christina

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"Ich will alles daran setzen und mein Bestes geben, damit diese Pferde in ihrem freundlichen Wesen gut über mich urteilen und damit Harmonie walte, getragen vom Einvernehmen zwischen zwei Lebewesen."
Reitmeister Nuno Oliveira
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Patrizia
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BeitragVerfasst am: 06.12.2007, 20:21    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo,

danke für die netten Worte...

Bin mir eigentlich auch sicher, dass es ohne Therapie nicht geht. Aber irgendwie muss der innere Schweinehund noch überwunden werden. Dann denkt man wieder vielleicht geht es ja auch so, denn es wurde ja schon besser. Dann ist da ja auch die Angst alles nochmal durchmachen zu müssen. Das ist auch der Grund warum ich es nicht mehr versuchen will, auf die Koppel zu gehen. Hab zusammen mit meinem Mann 3 Versuche gestartet, aber es war die Hölle. Ich WILL das einfach nicht nochmal erleben!!!!

Das Problem ist auch, dass in dem Stall ein ständiges Kommen und Gehen ist, das heißt es sind immer wieder neue Pferde auf der Koppel ohne dass man es weiß. Und wer weiß, was das für Pferde sind, wie mit ihnen umgegangen wird, was sie erlebt haben und wie sie reagieren. Es sind halt keine Rai Pferde!! In einer Gruppe mit Pferden, die ich kenne, könnte ich es mir wieder vorstellen. Z. B. könnte ich mir auch wieder vorstellen bei meinen Eltern im Stall wieder auf die Koppel zu gehen. Erstens kenne und vertraue ich den Pferden und zweitens sind die Koppeln kleiner. Das sind Gründe warum ich an einen Stallwechsel denke. Dann gibt es da auch noch das Problem, dass keiner die Zeit hat um mit mir regelmäßig dort hin zu gehen. Wir schaffen es grade mal alle 2 Wochen und da fange ich jedesmal wieder von vorne an. Ich hoffe immer noch auf die richtige Lösung, indem sich irgendwo ein "Türchen auftut". Im Moment, weiß ich wirklich nicht, was richtig oder falsch ist. Ich muss gestehen, dass ich mit dem Gedanken gespielt habe mein Pferd zu verkaufen. Ich wollte nichts mehr davon wissen, da ich das Vertrauen verloren habe. Aber mein Pferd kann nun überhaupt nichts dafür und ich vertraue ihr auch nach wie vor und ich hänge natürlich sehr an ihr!!!
Es wird eine Lösung geben....da bin ich mir sicher und das hier war sicherlich ein erster Schritt!!

Viele Grüße
Patrizia
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Charissima
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BeitragVerfasst am: 07.12.2007, 08:08    Titel:   Antworten mit Zitat

Liebe Patrizia,
das ist ja eine schlimme Geschichte, die dir da widerfahren ist. Musste seit gestern Abend immer wieder daran denken und freue mich, wenn wir hier ein klein wenig dabei helfen können, das zu verarbeiten.

Ich fände es schade, wenn du dein Pferd verkaufst und es ist zu befürchten, dass du dann nie wieder deine Beziehung zu Pferden zurückbekommst. Gerade in deinem Fall wäre doch ein Stallwechsel zurück zu deinen Eltern eine Lösung, die vielversprechend erscheint.

Was ich noch fragen wollte, wie geht es denn deinem Pferd bzgl. der Mauke jetzt? Ich kann mich noch erinnern, dass es da vor ein paar Jahren große Schwierigkeiten hatte.

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Wer die Menschen kennt, lernt die Pferde lieben.
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Antonia



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BeitragVerfasst am: 07.12.2007, 10:52    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Patrizia,

was für ein Erlebnis. Geschockt Glaube, da wäre jeder traumatisiert.
Als ich mein Chicoa gerade neu als REitbeteilgung bekam, ist er übrigens auch des öfteren auf der Koppel auf mich losgegangen. Ich erinnere mich, dass ich da anfangs ganz unbedarft auf der Koppel rumgelaufen bin und aufeinmal kam dieses Pferd im vollen Galopp auf mich zugestürmt. ANfangs dachte ich noch, na der hält wohl gleich an bzw. rast an mir vorbei, aber als er immer näher kam, war mir klar, dass das eine Attacke gegen mich war und ich konnte mich nur noch schnelle unter dem Zaun durchrollen, währen er hinten nach mir auskeilte. Oh Schreck
Er war zwar- gott sei dank- nicht ganz so heftig wie das von dir beschrieben Pferd, aber der Schreck saß bei mir auch ganz schön. Danach war ich aber immerhin vorbereitet und habe dann herausbekommen, dass die Besitzer oft mit Besen etc. auf die koppel gehen um die Pferd wieder in den Stall reinzuscheuchen.
Chico hat sich dadurch wohl jedesmal sofort angegriffen gefühlt, wenn jemand die Koppel betrat und ging gleich in Abwehr. Neutral
Habe dann angefangen mit ihm zu üben, dass nicht mehr ich zu ihm auf die Koppel laufen muss, sondern er auf Zuruf zu mir ans Tor vorkommen sollte. Nachdem er das beherrschte freute er sich irgendwann mich zu sehen (gab ja Hohos dafür Zwinkern Hoho Apfel )
und mit der Zeit konnte ich das dann auch auf der Koppel tun und auch wieder ganz beruhigt die Koppel betreten.
Bin da auch oft einfach so zu ihm hin, habe ihn z.B. gestreichelt oder nur lkurz ein Hoho gegeben und bin wieder weg, damit er merkte, ich will gar nichts von ihm. Nach ein paar Monaten waren diese Angriffe dann gott sei dank völlig weg, aber ich kenne dieses Angst-Gefühl ziemlich gut. Bin zu dieser zeit z.B. immer in der Nähe vom Zaun oder von Bäumen gelaufen, damit ich mich notfalls "retten" konnte. Mit den Augen rollen

So wie du das beschreibst ist es vielleicht doch ratsam den Stall zu wechseln, wo vielleicht zumindest weniger pferde zusammenstehen. Oder vielleicht kannst du mit dem Stallbesitzer reden und fragen, ob ihr evtl. eine kleinere Gruppe von Pferden bei euch nochmal trennen/ abteilen könntet.
Ansonsten ist der Hof deiner Eltern vielleicht wirkl. erstmal eine gute Alternative. Zwar ist er ein bißchen weit von dir entfernt, aber im Moment sagst du ja selbst, gehst du ja auch nicht oft zu deinem jetzigen Stall. Auf dem Tulpenhof dagegen kennst du sicher alle Pferde gut usw. und wirst dich viel schneller wohl fühlen als bei fremden pferden.
Wenn du dich aufgrund so eines wirkl. blöden Erlebnises von deinem Pferd trennen würdest, fände ich das auch verdammt schade. Wie du sagst, kann dein Pferd ja nichts für den Vorfall und würde sicher nicht verstehen, wenn du es aufeinmal völlig meidest bzw. verkaufst. Traurig
DEnke auch, dass es jetzt wichtig wäre, dass du viele schöne Erlebnisse mit deinem Pferd hast. Wenn es nur die Koppel ist, kannst du vielleicht wirkl. anfangs jemanden bitten dein Pferd für dich bis zum Koppelausgang zu führen?! Würde mich also erstmal nicht unter Druck setzten oder dazu zwingen, dass du das von heute auf morgen schaffen musst. Denke, eines Tages kommt dann der Mut schon ganz von alleine zurück. Proffessionelle Hilfe ist vielleicht als Unterstüzung gar nicht schlecht, aber das wirst du selbst am besten wissen, ob du da alleine stark genung bist oder noch zusätzliche Hilfe brauchst.
Bin mir sicher, dass du das wieder hinbekommst, Alles wird gut! Hoho

Liebe Grüße,
Antonia

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Wiesi



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BeitragVerfasst am: 07.12.2007, 11:18    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Patrizia!

Das ist ja schrecklich was Dir passiert ist Alles wird gut! .

Ich hatte vor 6 oder 7 Jahren einen Autounfall. Nachts bei Regen. Mir ist eigentlich nichts gro?es passiert, nur mein Hund ist in die Windschutzscheibe geflogen und hatte eine Wunde am Kopf. Das Auto war ein Totalschaden. Das ca erste Jahr hatte ich bei Regen und Dunkelheit regelrechte Schweissausbrüche beim Autofahren und totale Panik. Das Herz raste. Jetzt nach den ganzen Jahren ist es von selbst fast weg. Nur manchmal, wenn die Situation ähnlich ist, kann es sein dass ich unvermittelt zusammenzucke und mein Herz anfängt zu rasen. Hätte ich damals nicht jeden Tag bei Dunkelheit zur Arbeit fahren müssen, ich glaub ich hätte das Autofahren aufgegeben. Aber bei uns auf dem Land musste ich. Und das war gut so. Soweit ist jetzt alles wieder (fas) okay.

Ich denke, Du solltest wirklich in einem anderen Stall einen Neuanfang starten und dann aber viel öfters zum Pferd gehen. Von 1x pro Woche wird das glaub nicht
Kopfschüttel . Und Dir viel Zeit geben...

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Patrizia
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BeitragVerfasst am: 09.12.2007, 10:24    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo,

schön, dass mir so viele helfen wollen und es hilft wirklich!!!!!

Für mich wäre ein Stallwechsel auch die beste Lösung, da ich mich in diesem Stall einfach nicht mehr richtig wohl fühlen kann. Natürlich würde ich am liebsten zurück zu meinen Eltern. Wir haben das auch schon oft durchgesprochen und ich habe gesagt, wenn ihr einen Offenstall baut bin ich sofort wieder da. Denn wenn ich sehe, wie mein Pferd zur Zeit lebt, nämlich eigentlich fast wie in Freiheit, fällt es mir wirklich schwer, sie wieder in eine Box zu stellen. Und wie schon gesagt, kann sie ja nichts dafür.
Ja, Karin, das Maukeproblem haben wir einigermaßen im Griff. Vor 2 Jahren haben wir mit einer Heilpraktikerin und einer Antibiotika Behandlung die Füße fast heilen können, das war vielleicht mal ein schöner Anblick. Shidana lebte auch völlig auf, war ein ganz anderes Pferd. Doch leider hielt dieser Zustand nicht lange an. Sobald man mit der Behandlung aufhört, fängt es halt wieder an. Aber ganz so schlimm wurde es nicht mehr, mal mehr mal weniger....

Antonia und Wiesi, es baut auf, wenn man hört, dass man solche Erlebnisse tatsächlich überwinden kann. Dass Pfede angriffslustig sein können hätte ich bis vor einem halben Jahr nicht geglaubt, aber anscheinend gibts das öfters. Obwohl sie ja untereinander auch aufeinander losgehen. Wenn ich da an Hengste denke...

Ich denke, ich werde einfach mal mit dem Stallbesitzer reden, ob er eine Lösung für mich hat, indem ich sie in einer kleineren Herde halte. Mal sehen, was er sagt. Ansonsten bleibt wahrscheinlich doch nur die Box, obwohl ICH mich ja freuen würde, wieder auf dem Tulpenhof zu sein, wo immer jemand da ist und mir helfen könnte und auch für meine Kinder immer jemand da ist, damit ich ungestört mit meinem Pferd arbeiten kann, aber wie gesagt, fände ich es für Shidana sehr schade!!!

Viele liebe Grüße
Patrizia
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Antonia



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BeitragVerfasst am: 09.12.2007, 10:41    Titel:   Antworten mit Zitat

@patrizia:
das kenne ich, wenn das Pferd mal in einem tollen Offenstall gelebt hat, will man irgendwie nicht mehr den Schritt zurück in die Box machen. Aber es wäre ja vielleicht nur vorrübergehend (für ein Jahr oder so?!), bis du eben merkst, dass du wieder deine alte Souveränität im Umgang mit Pferden zurück hast und merkst, dass du mit deinem Pferd zusammen ein ganz sicheres Team bist, dass nichts mehr so schell schocken kann. Zwinkern Freunde
Ansonsten würde ich wirkl. nochmal mit dem Stallbesitzer reden. Denke mal, wenn du ihm sagst, dass du ansonsten den Stall wechseln musst, ist er vielleicht bereit dir da etwas entgegenzukommen und ein paar Pferde (die am besten auch in nächster Zeit nicht so schnell wechseln) von den anderen abtrennt. Daumen

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Patrizia
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BeitragVerfasst am: 12.12.2007, 11:23    Titel:   Antworten mit Zitat

War gestern bei meinem Pferd!!!!!!

Hab mich überwunden und bin ganz alleine in Stall gefahren, einfach nur zum schauen. Hab dann die Pferde einfach eine Weile beobachtet, obwohl ich mich wirklich zwingen musste zu bleiben. Dann kam noch jemand und ich hab mich ein bisschen mit ihr unterhalten. Sie wusste zwar von dem Unfall, aber nicht, dass ich das war. Sie bot mir an, mir mein Pferd rauszuholen, gab mir auch gleich ihre Handynummer, damit wir immer etwas ausmachen können. War wirklich überrascht über die Hilfsbereitschaft , find ich klasse!

Konnte dann mein Pferd wenigstens mal wieder putzen und ich fühlte mich gleich ein bisschen wohler, lag wohl auch daran, dass jemand da war, der mich verstand und mir helfen wollte. Hab dann sogar mein Pferd selbst wieder reingetan, aber nur weil grad keine Pferde in der Nähe waren. Für mich war das ein rießen Schritt und ich bin wirklich froh, die Frau getroffen zu haben. Jetzt glaube ich wieder daran, dass ich es vielleicht doch schaffen kann, bin mal gespannt, wie es sich entwickelt, wenn ich jetzt wieder regelmäßig gehe.

Wenn nur das Problem mit der Koppel nicht wäre. Sind nämlich schon wieder 3 neue Pferde da, die ich nicht kenne. Ich kann mir trotzdem immer noch nicht vorstellen, dass ich da wieder hin kann, auch wenn ich jetzt glaube, dass alles andere wieder werden kann. Ich vergleiche es immer mit 2 Fällen, die im Fernsehen kamen. Die eine Frau wurde vergewaltigt (was zwar schlimmer ist als mein Unfall) und sie konnte trotz Therapie und langer Zeit nicht an den Ort, wo es passiert ist. Der Andere wurde beim Surfen von einem Hai angegriffen, das vergleich ich eher mit meinem Unfall. Denn obwohl ihm auch nicht sehr viel passiert ist, kann er heute nicht mehr auch nur in die Nähe eines Meeres. Ich kann die 2 Fälle absolut verstehen, denn ich weiss, wie es ihnen geht.

Aber schauen wir mal wie es wird, ich wär schon froh, wenn ich sie wenigstens vorne, wo der Unterstand und die Heuraufe ist, wieder rausholen könnte und es halt lassen müsste, wenn sie auf der Koppel sind. Damit könnte ich gut leben...

Viele Grüße
Patrizia
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Criniera




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BeitragVerfasst am: 12.12.2007, 12:13    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Patrizia!

Das ist ja schon ein großer Schritt vorwärts! Es müsste doch zu organisieren sein, dass nach so einem Vorfall gegen Voranmeldung jemand dein Pferd von der Koppel holt, wenn du kommst und es an einen "sicheren" Platz stellt.

In unserem früheren Reitstall war das ganz normal, dass man sein Pferd nicht alleine geholt hat, und die, die noch wenig Erfahrung hatten (wie wir damals) fanden eigentlich immer jemanden, der das Pferd in den Stall bringt.
Unsere Pferde waren damals auf einer kleinen Koppel, auf der sie der Rangordnung entsprechend ganz hinten stehen mussten. Um zum Ausgang zu kommen, musste man mit ihnen an der engsten Stelle an allen ranghöheren Tieren vorbei. Das war mir auch ohne schlechte Erfahrungen unangenehm, weil es einfach leicht passieren kann, dass man auf engem Raum zwischen zwei Pferden landet. Hätte mich je ein Huf berührt, ich wäre sicher nicht mehr hineingegangen.
Später habe ich alle Pferde sehr gut kennengelernt und dann z.B. auch mitgeholfen, einen Ponyhengst aus einer aufgeregten Stutenherde zu holen. Heute gibt es dort große Koppeln und Weiden mit doppelten Toren, was viel sicherer ist.

Auf eine Koppel mit fremden Pferden würde ich jetzt gar nicht mehr gehen. Ich hätte einfach keine Lust, mit Tieren, die mich nichts angehen, Dominanzfragen zu klären. Viele Tiere sind nicht so erzogen, wie wir uns das von Rai-Pferden vorstellen.

Liebe Grüße und alls Gute
Susanne
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Tierverrückte



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BeitragVerfasst am: 12.12.2007, 13:04    Titel:   Antworten mit Zitat

Super, das hört sich doch schon gut an! Schön, dass du an der Koppel geblieben bist! Einen wichtigen Tip noch: wenn du es wirklich schaffen willst, denk positiv!!! (ich weiß, dass ist schwer) Nimm dir kleine Ziele vor und bereite dich auch gut darauf vor!
Mein Tip ist sonst wirklich, dass du dir immer eine Gerte (oder sogar Peitsche) mitnimmst, denn damit sind eigentlich alle Pferde zu vertreiben!

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Patrizia
Rai-Reitlehrerin


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BeitragVerfasst am: 12.12.2007, 13:21    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Susanne,

ja, das ist auch das größte Problem, dass viele Pferde nicht erzogen sind, einfach keine Rai Pferde sind.Warum soll ich mich mit fremden Pferden rumplagen, nur weil die Besitzer nicht in der Lage sind, sie zu erziehen!? Find ich gut, dass man bei euch so zusammengehalten hat. Aber ich hab ja jetzt auch jemanden gefunden, der mich unterstüzt. Auch der Besitzer hat mir schon vorgeschlagen, dass er morgens beim Füttern mein Pferd in die Notfallbox stellt. Aber dann muss ich trotzdem durch die Koppel. Also auch keine Lösung. Ansonsten, habe ich das Gefühl, dass viele mich dort gar nicht verstehen und auch den Kontakt meiden, obwohl wir uns immer sehr gut verstanden haben!! Von wegen "selber schuld, wenn sie sich so blöd anstellt", die anderen zwei haben ja auch keine Probleme. Aber jeder ist halt anders...

Tierverrückte, eigentlich bin ich immer ein positiv denkender Mensch, aber in diesem Fall gar nicht so einfach...

Bis dann
Patrizia
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