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Was ist Rai-Reiten?   

 
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BeitragVerfasst am: 30.10.2006, 09:47    Titel: Was ist Rai-Reiten?   Antworten mit Zitat

Rai-Reiten ist

  1. gebissloses Freizeit- und Wanderreiten ohne Anwendung von Hilfsmitteln
    wie Peitsche, Sporen, Kandare, Trense, Ausbindezügel

  2. das Wissen um den fehlenden Schmerzlaut des Pferdes

  3. Reiten am langen Zügel ohne ständige Einwirkung des Reiters,
    in der natürlichen Haltung des Pferdes

  4. Gehorsam und Geborgenheit des Pferdes unter dem Leittier Mensch

  5. die volle Kontrolle des Tieres dank der Kenntnis der Psyche,
    der Verhaltensweise und des Gefühlslebens der Pferde

  6. die Sportart, in der die ganze Schöpfung vereint ist:
    Natur, Tier und Mensch



Dazu ein Bericht von Reitlehrerin Steffi Hirsch anlässlich eines Tierschutztages http://www.tierschutz-griesbach-igt.de/aktionen.htm

Soweit die allgemeine Definition.
Doch was soll man darunter verstehen?

Kenntnis der Psyche, der Verhaltensweise und des Gefühlslebens des Pferdes meint in erster Linie das Wissen um den fehlenden Schmerzlaut, die Erkenntnis, dass Gebisse unnötig bis schädlich sind und das Wissen, wie man ein Pferd über Dominanz statt Angst, also natürlich, reiten kann.

Haben Sie eigentlich schon mal ein Pferd vor Schmerzen „schreien“ gehört? Wenn ja, wären ie der/die Erste. Pferde haben KEINEN SCHMERZLAUT!! In der Natur ist das unter Umständen lebensrettend. Ein verletztes Pferd, das vor Schmerzen schreit, würde sofort alle Raubtiere in der Umgebung auf sich (die leichte Beute) aufmerksam machen und herbeilocken.

Doch in der Gesellschaft von Menschen wird den Pferden diese Schutzfunktion oft zum Verhängnis. Man kann ihnen Schmerzen zufügen und keiner, oft nicht einmal man selbst, bemerkt es. Denn Pferde geben nicht einmal bei einem Beinbruch oder sonstigen extremen Schmerzen mehr als ein kaum hörbares Stöhnen von sich! Doch nur erschreckend wenige Reiter wissen, dass Pferden der Schmerzlaut fehlt. Deshalb machen sich auch die wenigsten Gedanken, wie stark ein Pferd Schmerzen fühlt. Das ist jedoch schon anhand eines Mückenstiches leicht nachzuvollziehen. Wird ein Pferd gestochen, schwillt der Stich wie beim Menschen und das Pferd versucht sich zu kratzen um den Juckreiz zu lindern. Was aber bewirken Schmerzen beim Pferd? PANIK und FLUCHT. Als Fluchttier wird es immer versuchen vor den Schmerzen davonzulaufen. Erst wenn das Pferd keine Fluchtmöglichkeit mehr sieht, wird es sich wehren.

Es ist inzwischen von Professor Robert Cook von der Tufts University in Massachusetts erwiesen, dass ein im Maul, also auf der Zunge, liegendes Gebiss beim Pferd Kau-, Speichel- und letztendlich Schluckreflexe auslöst. Das ist für das Pferd sehr unangenehm und kann sogar gefährlich werden, denn, wenn es versucht den Speichel zu schlucken, kann dieser in die Luft- statt in die Speiseröhre gelangen. Außerdem ist im Maul des Pferdes eigentlich kein Platz für ein Gebiss. Neue Untersuchung zeigten, dass schon bei geringem Zügelzug die Zunge gequetscht wird und teilweise sogar blau anläuft! Rein logisch bedeutet das, dass man ein erschrecktes Pferd nicht mit Schmerzen (starker Zug am Gebiss bewirkt Schmerzen) halten kann. Mit dem beim Rai-Reiten verwendeten Schnurhalfter, dem sog. Bändele, das auf den Nasenrücken einwirkt (nicht auf die Luftwege!) kann man dem Pferd eigentlich keine Schmerzen zufügen.

Um ein Pferd kontrollieren und somit sicher reiten zu können, gibt es beim Rai-Reiten sog. Dominanzübungen, die das Verhalten der Pferde in der Herde nachahmen. Durch diese erkennt das Pferd den Menschen als Leittier an, das heißt, es fühlt sich bei ihm sicher, vertraut ihm und gehorcht ihm (meistens) gerne. Diesem Vertrauen muss sich der Mensch durch konsequente und faire Behandlung würdig erweisen. Das Pferd wird nicht für falsches Verhalten gestraft, sondern für erwünschtes Verhalten mit einem Belohnungston und manchmal mit einem Leckerli belohnt. Man gibt, im Gegensatz zum Englischreiten, nicht ständig Hilfen, sondern nur impulsartig, wenn das Tempo oder die Richtung geändert werden soll. Diese Hilfen werden mit dem ganzen Körper und immer so sanft und langsam wie möglich gegeben. Das Pferd wird auch nicht, wie beim Englisch– und Westernreiten, versammelt bzw. aufgerichtet geritten, sondern geht in seiner natürlichen Haltung. Um aber eine Überbelastung der Vorderbeine zu vermeiden sitzt der Reiter in leichter Rücklage und streckt die Beine, als logische Verlängerung des Körpers, etwas nach vorne. Dadurch herrscht mit Reiter das gleiche Belastungsverhältnis wie ohne, nämlich 55% auf den Vorderbeinen und 45% auf den Hinterbeinen.

Für mich persönlich ist Rai-Reiten die Reitweise, mit der ich ein (chronisch) nervöses Pferd endlich normal (also dann im Schritt, wenn ich will und nicht nur die ersten 15 Minuten des Rittes) reiten kann. Es ist die Reitweise in der ich einen ehemaligen Durchgänger wieder ruhig und sicher reiten kann und in der ich schon viele wundervolle Wanderritte erlebt habe. Auf (Wander-)Ritten hat sich die Ruhe und Zuverlässigkeit meines Pferdes schon oft bewährt. Egal ob die Donau per Fähre zu überqueren war, wir entlang großer Straßen ritten oder bei McDonalds Mittag essen wollten, die Pferde haben alles mitgemacht. Allgemein kann man das Rai-Reiten als ideale Reitweise für alle die keine Tunierambitionen haben, sondern auf dem Rücken eines Pferdes die Natur genießen wollen und natürlich für Tierschützer bezeichnen. Denn das Wohl der Pferde, der Respekt vor diesen wundervollen Tieren und der Natur, das Wissen um den fehlenden Schmerzlaut und die faire Behandlung von Pferd und Mensch haben stets Vorrang vor (sportlichem) Ehrgeiz usw.. Ich muss aber davor warnen diese wunderbare Reitweise ohne fachliche Anleitung auszuprobieren, da das Rai-Reiten, wie jede andere Reitweise auch, ohne korrekte Anleitung gefährlich sein kann.
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Caprivi
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BeitragVerfasst am: 30.03.2009, 08:13    Titel:   Antworten mit Zitat

Die Präsentation des Rai-Reitens auf der Equitana 2009 durch Brita Hurtienne vom RAI-Ausbildungszentrum-Sauerland:



Link zu YouTube


Durch Anklicken des HQ-Buttons kann man das Video in besserer Qualität sehen.

_________________
Erst wenn der Reiter begreift, wie das Pferd den Menschen wahrnimmt,
entsteht ein tiefes Vertrauensverhältnis!
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