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"Nur ein kleines Pony" - das größte Geschenk Gottes!   

 
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Schattentänzerin



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BeitragVerfasst am: 10.09.2011, 06:39    Titel: "Nur ein kleines Pony" - das größte Geschenk Gotte   Antworten mit Zitat

"Nur ein kleines Pony"... doch das größte Geschenk, das Gott mir geben konnte

Es ist mittlerweile fünf, fast sechs Jahre her. Bella und Mirja - das gibt es schon lange Zeit nicht mehr.
Unsere viel zu kurze Geschichte begann im Herbst 2005 und endete Anfang 2006.
Meine Schwester ging zum ersten Mal in den neuen Reitunterricht bei Reitlehrerin M..
Sie ritt auf einem fuchsfarbenen sehr sehr edlen Welsh-Mix, er hieß Little.
Ich kam mit auf den Hof, hatte jedoch nicht vor, Reitstunden zu nehmen. Ich wollte einfach in der Nähe der Pferde sein.
Als ich mir neugierig die Pferde auf den Paddocks und Weiden anschaute, fiel mir sofort ein kleines, unscheinbares Shetty auf.
Dunkelbraun, schwarz, irgendetwas dazwischen. Zerzauste Mähne und viel zu fett!
Insgesamt : ein Pony, welches äußerlich nicht wirklich "ansehlich" war - aber für mich von Anfang an, das schönste Pony der Welt.
Hoffnung das ich mich mal um sie kümmern würde, machte ich mir keine. Ich hatte gerade meine Pflegeponys Ronny und Sarah verloren - ich wollte nicht noch einmal ein Pferd verlieren.
Joa, zehn Minuten später stand ich neben besagtem kleinen Shetty.
Es wurde mir als "Bella, unser Sorgenkind" vorgestellt. Damals wusste ich noch nicht, wie weitreichend die Bezeichnung "Sorgenkind" einmal sein würde...
In den folgenden Wochen, wurden Bella und ich die besten Freunde. Ich putzte sie jeden Freitag, aus dem störrischen Pony, das nicht von der Koppel wollte, geschweige denn sich bewegen, wurde ein wundervolles Kinderpony.
Jedenfalls, wenn ich da war... War ich nicht anwesend, lief die gleiche Leier.
Pony nicht von der Koppel und erst Recht nicht in Bewegung zu kriegen. Irgendwie hat wohl der Vorwärtsgang geklemmt!

Und aus diesem kleinen, störrischen Pony, wurde jeden Freitag mein persönlicher Engel auf vier Hufen...
Ein Pony, das meine beste Freundin wurde... Bella wartete jeden Freitag am Weidezaun auf mich, hatte ein wunderschönes Glitzern in ihren Augen und in meinen Augen war diese kleine Kugel sowieso das ALLER ALLER ALLER schönste Pony, das in diesem Universum existierte!
Und so verging die Zeit.
Viel kuscheln, schmusen, Fell- und Mähnenpflege - jeden Freitag das Komplettprogramm.
Wir gingen auch spazieren, bei mir sprang sie wie ein zu heiß gewaschenes Springpferd, wir hüpften gemeinsam über Baumstämme im Wald und es schien immer wieder, als würde eine kleine, tanzende Elfe neben mir herschweben.
Nach außen hin waren wir ein Mädchen mit einer schwarzen Seele und ein Pony das klein und unscheinbar aussah.
Aber in uns drin waren wir die besten Freundinnen, eine kleine Elfe die aus einem kleinen Mädchen alles Glück herausholte.
Glück, das das Mädchen schon zu verstecken begann, um nicht verletzlich zu sein.
Alles in Einem : wenn ich bei meiner kleinen Bella war, waren alle Ängste und Sorgen vergessen.
Ich und Bella, das Traumpaar, zwei ungleiche Wesen wie sie ähnlicher nicht sein könnten.

Doch dann kam die Winterpause... Abschied für mehrere Wochen! Ich war total am weinen, ich schien schon zu spüren, das es zu Ende geht... Habe mich herzzerreißend von meinem kleinen schwarzen Engel verabschiedet, und erstmal ganz viel geheult.
Nach mir unendlich erscheinenden Wochen sah ich sie wieder, und habe mich so gefreut!
Doch als M. meine Mutter beiseite nahm und mit ihr tuschelte, ahnte ich das Unglück... Ich fragte meine Mutter was los wäre, doch sie wollte nichts sagen. Als ich losweinte und ihr verkrampft mitteilte "Mama, ich habe Angst das sie Bella verkauft..." nahm sie meinen Kopf in ihre Hände, zog mich an sich heran und machte mir klar : "Du hast Recht."
Ich war total geschockt, fragte erstmal WOMIT ich denn Recht hätte?
Sie antwortete..... : "Bella wird verkauft."
Seit dem Augenblick war ich hoffnungslos verloren, weinte, stand neben meinem Traumpony, bettelte sie behalten zu dürfen...
Doch es ging nicht.
Ich konnte Bella erstmal nicht in die Augen schauen, zu sehr schämte ich mich dafür, das ich sie im Stich ließ.
Meinen Engel, meine beste Freundin, mein Ein und Alles ging weg - und ich konnte nichts dagegen tun.
Ich sah sie nach diesem Tag nurnoch zwei Mal... Als ich sie das letzte Mal sah, genoss ich einfach die Zeit mit ihr... Erklärte ihr, es ginge nicht anders.
Sagte ihr unter Tränen, das ich sie liebe und das sie mich nicht vergessen soll.
Streichelte ihre Stirn, fütterte sie mit Leckerli... Kraulte sie und hatte sie einfach lieb, versuchte aus Tränen Liebe zu machen...
Irgendwann musste ich gehen. Ich gab ihr ein letztes Leckerli, mir standen die Tränen in den Augen. Mein Gefühl teilte mir mit, das es die letzte Chance ist, dieses Pony zu lieben... Und ihm das zu zeigen. Mit einem letzten Stirnkrauler verabschiedete ich mich von meinem Traum.
Als ich fast aus dem Stall verschwunden war, drehte ich mich noch einmal um.
Und sah ein Pony, das den Kopf verrenkte, um mir nachschauen zu können.
Ein Pony, dem ich so viel zu verdanken habe.
Ein Pony, das mein Herz immer bei sich haben würde.
Und ich sah ein Pony, das nicht verstand, wieso ich es nicht mitnehme... Wieso ich es nicht striegel, nicht spazieren führe, ich sah ein Pony, das nicht verstand, warum ich all meine Liebe bei ihm ließ um es dann für immer zu verlassen.
Mit schweren Schritten stiefelte ich zum Auto, stieg ein, und ließ dieses wundervolle Pony hinter mir...

Das Pony, das mir so viel beigebracht hatte, für immer weg...
Ich habe wochenlang um sie geweint. Ich sah sie nie wieder... Kurze Zeit hatte ich noch Kontakt zu den neuen Besitzern, doch irgendwann meldete sich niemand mehr auf meine SMS.
Bella war das Pony, mit dem ich mein Leben hätte verbringen können. Von Anfang an mein, von Anfang an der Engel der mir in die Augen schauen und allen Schmerz auslöschen konnte.
Es waren wenige Monate, die mir alles gaben, was ich benötigte, um zu wissen das mein Herz nicht der Reiterei gehört - sondern den Ponys.
Nicht dem sitzen im Sattel - sondern dem Zusammensein und der Liebe.
Nach Bella, hatte ich nie wieder etwas mit Pferden zu tun.
Zu groß war der Schmerz... Zu groß ist der Schmerz...

Denn auch heute noch, weine ich um meine kleine Bella.
Ein unscheinbares Pony, das aus einem zehnjährigen Mädchen mit schwarzer Seele, das letzte Glück herausholte, was in ihrem Herzen lag.
Verschlossen, versteckt, um sich niemandem zu zeigen.
Außer einer kleinen Elfe, die sie für immer in ihrem Herzen tragen würde.

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Schattentänzerin



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BeitragVerfasst am: 10.09.2011, 06:47    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo. Lächeln

Ich möchte diese "Geschichte" mit euch teilen, weil sie mir sehr viel bedeutet.
Ohne Bella, wäre ich jetzt nicht hier.
Bella hat mir gezeigt das Liebe zu Pferden mehr ist als reiten und das es Wichtigeres gibt als im Sattel zu sitzen.

Ich möchte es mit euch teilen, weil ich weiß, ihr seit die einzigen Reiter, die mich verstehen.
Von Englischreitern hörte ich bisher immer "Das Leben geht weiter!", "Die war hässlich!", oder irgendeinen anderen Unfug der mein Herz immer aufs Neue brach.

Außerdem teile ich diese Geschichte gerne mit euch, denn durchs Raireiten habe ich ganz viel über mich selbst gelernt. Über meine Ängste und über meine Seele, darüber, das es nicht schlimm ist so zu sein wie ich.
Und dafür möchte ich euch danken, dieses Forum hat mich mit seiner Offenheit und Warmherzigkeit nämlich aus einer tiefen Krise herausgeholt!
Nicht zu vergessen habe ich hier zwei ganz besondere Menschen kennengelernt, die ich niemals mehr missen würde und die sich jetzt definitiv angesprochen fühlen! Gruppe

Ich wünsche euch allen eine erfolgreiche Zeit mit euren Pferden!
Und ich wünsche euch, das euch eure Engel niemals so vom Herzen gerissen werden, wie es bei Bella und mir geschah.
Gruppe
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Skystars



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BeitragVerfasst am: 10.09.2011, 07:32    Titel:   Antworten mit Zitat

Sehr herzergreifend und traurig, habe gerade einige Tränchen vergossen.
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Schattentänzerin



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BeitragVerfasst am: 10.09.2011, 07:39    Titel:   Antworten mit Zitat

Hey Skystars,

dann können wir ja zusammen weinen, was meinst du was ich alles vergossen habe beim schreiben... Schnief Bella fehlt mir immernoch wahnsinnig! Sehr traurig

Habe diese "Geschichte" auch meiner Mutter gezeigt, sie hat ebenfalls geheult wie ein Schlosshund...
Ich glaube, früher war ihr die weitreichende Bedeutung dieses Abschieds nicht klar. Und mir ja auch noch nicht...

Nicht das ich jetzt alle zum weinen bringe?? Zwinkern

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Caprivi
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BeitragVerfasst am: 10.09.2011, 09:53    Titel:   Antworten mit Zitat

Danke!
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entsteht ein tiefes Vertrauensverhältnis!
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WhiteCat



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BeitragVerfasst am: 10.09.2011, 10:25    Titel:   Antworten mit Zitat

Ich hab dich sooo lieb meine kleine Schattentänzerin! Bussi
Danke für die Geschichte von Bella und dir SO hatte ich sie ja auch noch nie gelesen... Ich weine mit dir Schnief

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"Ich will alles daran setzen und mein Bestes geben, damit diese Pferde in ihrem freundlichen Wesen gut über mich urteilen und damit Harmonie walte, getragen vom Einvernehmen zwischen zwei Lebewesen."
Reitmeister Nuno Oliveira
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