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Drittritt   

 
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Igel





Anmeldungsdatum: 03.09.2008
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BeitragVerfasst am: 25.03.2010, 15:48    Titel: Drittritt   Antworten mit Zitat

Zwinkern

Der liebe Schnee ist nur noch in Placken und auf besonders schattigen Feldern und Wiesen in größeren Ansammlungen zu sehen. Die Amseln und Drosseln schmettern ihre Lieder der stellenweise erscheinenden Sonne entgegen, um die zu erschrecken. Ich hole Tomec aus dem Offenstall und putze ihm Reste vom langhaarigen Winterfell von seiner Rückenlinie und von Bug, Heck und Bauch. Fertig. Gesattelt und abmarschbereit wartet Tomec am Anbinder, während ich noch die Flöhe holen gehe. Eng kuscheln sich die zwei Kleinen um mich herum, während ich noch die richtigen Halfter entwirre und die passenden Stricks dazupacke.
Der inzwischen fast 2jährigen Wilma passt noch das Ausreit-Halfter mit Gleit-Kinnring vom letzten Jahr. Für Xesar hab ich ein Lila-nes passend zurechtgemacht. Auch Tomec trägt heut Lila, muss am Frühling liegen?/!
So, es sind nun alle versammelt. Bis auf die Hunde, die müssen heuer zu Haus bleiben. Zwischen Wilma und Xesar Halfter befestige ich eine ca. 50cm lange blanke Kette an Karabinerhaken. Der Karabiner vom 4m Führstrick kommt dann in das dritte Kettenglied von Wilma aus. Nun gibt es eine kleine Test-Führung.
Xesar muss ich ein wenig zu Ordnung rufen, der ist aufgeregt und hibbelig wie ein Erstklässler in der Bienenschule. Xesar versucht immer wieder auf Wilma aufzureiten. Wilma legt die Ohren an und beißt ihn in den Hals. Ich unterbinde das. Konzentration, bitte-sehr, auch wenn s schwer fällt. Mit Zeit und Geduld beruhigt es sich auf Zimmertemperatur und ich marschiere mit den Ponys am Halfter zum Aufsteige Gully. Das führen der Flöhe ist noch etwas irr und wirr, aber es geht.
Man muss halt immer mal wieder anhalten und ne Schweige Minute einlegen. Xesar ist natürlich total unsicher und zeigt zwischendurch auch immer Felgen kauen. Wilma ist schon etwas abgebrühter. Es kann losgehen. Drittritt.
Tomec schreitet entspannt über die Dorfstraße und die Flöhe folgen an meiner rechten Hand. Die Schleswiger und Holsteiner Mutterstuten ohne Fohlen auf der Dorfkoppel wittern lechzend über den Zaun zu uns herüber, als wir an ihnen vorbeimarschieren. Vor allem, die Flöhe, ham es ihnen angetan und eine Mutterstute schmachtet Xesar an.
Dadurch, dass Wilma und Xesar sich gegenseitig führen, habe ich kaum etwas in der Hand. Ich darf den 4m Führstrick nur nicht zu lang werden lassen und anstatt zu ziehen, leg ich lieber mal ne Pause ein. Das ist entspannter, auch wenn Tomec die langsame Gangart nicht unbedingt toll findet. Xesar äppelt. Die Dorfkoppel ist zu Ende, die geiernden Mutterstuten spritzen entnervt in einem bockenden Aufgalopp auseinander und preschen Klumpen schmeißend von dannen.
Mit 2 Fohlen im Schlepptau komme ich noch langsamer durchs Dorf, als mit einem. Überall werden die Flöhe gerne gesehen, ein Mädchen möchte unbedingt Wilma und Xesar streicheln. Tomec natürlich nicht. Xesar äppelt. Ein paar andere Leute quatschen mich voll und ich sie, dann geht’s ins Moor. Hinten links gibt es eine stoppelige Alt-Maiskoppel, da machen wir drüber. Tomec und Wilma traben, Xesar galoppiert. Zwischendurch preschen die Flöhe immer mal wieder ungestüm los, aber nach ein paar 100m haben wir Betriebstemperatur und es flutscht entspannt, die Kleinen haben sich eingekriegt und Tomec läuft flott in der Treckerspur.
Ein fetter Drainage Gully und ein teilweise mit dreckigem Schnee bedeckter Umbruch markiert den Übergang zur nächsten Mais-Stoppelkoppel. Ich verliere fast den Führstick, als Xesar streikt. Hier geht er nicht vorbei. Basta! Göttin-sei-dank hab ich Lederhandschuhe an und bin froh über das 4m Seil, sonst müsste ich nun wohl absteigen um es aufzusammeln.
Ich lotse Tomec langsam im Rückwärtsgang wieder an die Flöhe heran. Wilma knabbert ein paar alte Beifußhalme und versucht ein paar Schritte voranzukommen. Nein, Nein, Nein, sagt Xesar. Ich will nicht.
Rudolf mit der roten Nase
Okay, er will nicht. Dann eben nicht. Drei Minuten vergehen. Die Sonne scheint, ich kraule Tomcs Hals. Tomec würde auch gerne Beifuß-Halme futtern, aber er muss stehen. Xesar hebt den ersten Huf und stippt damit andeutungsweise in den grauenerregenden Dreck Schnee. Patsch. Nu iss der Huf drin, und wo Xesar dann schon mal den einen Huf in der Matsche drin hat, macht er den anderen auch hinein und Zapp-Zerapp, hat er die flache Klippe gemeistert und schreitet entspannt über den Umbruch hinter uns her, als wäre nix gewesen.

Na geht doch. Ich muss lachen. Wir zockeln entspannt weiter. Xesar versucht ein paar Bocksprünge und wird von Wilma in den Nacken gebissen. Wir traben und schreiten, das Moor zieht an uns vorbei, der sandige Weg lädt zum traben ein, dann im Schritt ins Dorf, ein Shetti wiehert den Flöhen zu. Xesar antwortet. Dann kommt eine enge Stichstraße, links und rechts flankiert von Knickwällen. Und keine Lücken oder Feldwege.
Da ist es natürlich ganz klar, das genau jetzt vorne eine fettes Gülle-Gespann in den Weg hinein fährt, genau uns entgegen. Das wird eng. Der Bauer parkt seinen tuckernden Trecker auf dem kaum vorhandenen Seitenstreifen und ich jogge mit Tomec am Gülle-Trum vorbei. Die Flöhe gehen mustergültig bei Huf und Tomecs gespitzte Öhrchen weisen den Weg.

Hinter dem Tracktor flutschen wir dann nach links über eine Brachwiese und galöppeln ein wenig. Tomec galoppiert gesittet und die Flöhe hopsen rum und bauen Stress ab. Wir biegen wieder auf den Asphalt und Wilma und Xesar haben sich verdreht, die Verbindungs-Führkette führt über Xesars Nacken und nicht vorne an seinen Bug entlang. Xesar genießt diese Vortritt Situation und macht ordentlich Tempo, während Wilma nur wieder genervt in seinen Nacken beißt und die Öhrchen anlegt.
Handwechsel. Zügel nach Rechts, Flöhe nach Links und schon ist Xesar wieder das letzte Glied in der Kette und davon überhaupt nicht begeistert. Er will vorne laufen! Und kleine Kinder mit m Willen… ne? So Stoß-Mich-Zieh-Dichen wir dann nach ungefähr 9km in die letzte Zielgerade. Am Ende des grünen Weges duckt sich die Reet Hazienda im Eichenschatten und wir müssen noch an einem dreckigen Schneehaufen vorbei, bevor wir auf die Koppel stoßen können.
Applaus
Tomec ist gespannt, wie eine Feder, er weiß, wo wir hier sind. Die Flöhe sind eher unbedarft. Ich lasse die Fohlen auf der Weide laufen und sattele Tomec ab.
Alle sind gut warm geworden und etwas feucht an den Flanken. Eine Lerche kreischt im Märzwind irgendwo über uns. Tomec startet nen kurzen Aufgalopp und nimmt die Flöhe mit. Ein Rudel Rehe macht sich vom Acker und ein fetter Hase flitzt Haken schlagend über den Knick davon. Nun noch das Sattel Zeugs hinweg räumen, den Zaun und das Wasser kontrollieren und dann sind auch schon die ersten Floh-Besucher da.
- Hach, der ist aber groß geworden!
- Xesars Kopf ist viel dicker, als Wilmas, oder, liegt das am Fell?/!
- Warum ziehst du da einen Zaun lang?

Dann muss ich noch die Hunde und das E-Gerät herschaffen und die Frühjahrs-Weide-Saison ist eingeläutet: Bim-Bim-Bim.

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Guten Ritt & gute Fahrt wünsche ich! PferdNacht Ponys sind keine Höhlenbewohner.
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Igel





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BeitragVerfasst am: 25.03.2010, 16:06    Titel:   Antworten mit Zitat

... alles Neu und Ungewohnt (für die Fohlen Zwinkern )


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... so wars noch vor ein paar Tagen Große Freude wo iss der schöne Schnee hin? Kopfschüttel


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vg Winken

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Mona



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BeitragVerfasst am: 26.03.2010, 15:21    Titel:   Antworten mit Zitat

Oh ist das nicht bissl heftig mit dem Hund.
Die sind ja einmal richtig zusammengecrasht Geschockt

_________________
Es fühlt sich an, als wäre es das Normalste der Welt, als wäre sie schon immer da gewesen, und doch überkommt mich jedes Mal aufs neue ein Glücksgefühl wenn ich sie sehe.
Mein Seelenpferdchen - gesucht und gefunden! Lächeln
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Clovi



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Anmeldungsdatum: 09.12.2009
Beiträge: 129

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BeitragVerfasst am: 26.03.2010, 15:44    Titel:   Antworten mit Zitat

Sehr schön geschrieben Lächeln
Einen hübschen Fjordi hast du, Fjordis mag ich ganz besonders Lächeln

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Liebe Grüße,
Clovi
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