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Gymnastizieren   

 
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Sam





Anmeldungsdatum: 02.12.2009
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BeitragVerfasst am: 21.01.2010, 18:59    Titel: Gymnastizieren   Antworten mit Zitat

Hallo
Ich lese oft, dass das Gymnastizieren für das Pferd wichtig ist,
damit es keine Schäden davonträgt wenn es geritten wird.
Ich weiß aber nicht was ich mir unter Gymnastizieren vorstellen soll
oder wie das geht Grübeln.

Vor allem das Raiten wird ja wegen fehlender Gymnastizierung
kritisiert. Ist diese Kritik berechtigt?

Danke schonmal für die Antworten.
Lg Sam
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Charissima
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BeitragVerfasst am: 21.01.2010, 19:27    Titel:   Antworten mit Zitat

Zitat:
Vor allem das Raiten wird ja wegen fehlender Gymnastizierung
kritisiert. Ist diese Kritik berechtigt?

Da empfehle ich, mal in unsere Stoffsammlung zu schauen, wo es einen sehr guten Artikel von Brita Hurtienne vom Ausbildungszentrum Sauerland (Lenninghof) zu diesem Thema gibt:
http://www.rai-reiter-forum.de/viewtopic.php?t=1535#start

Außerdem bitte mal die Suchfunktion des Forums nutzen und nach Dr. Heuschmann suchen. Auch dort steht einiges zu diesem Thema.
Dr. Heuschmann war kürzlich auf dem Lenninghof und hat die Rai-Pferde sehr gelobt und bestätigt, es gibt überhaupt keine Einwände, ein Pferd so zu reiten.

Und hier ein Bericht einer Rai-Reiterin, die Dr. Heuschmann ihr Pferd vorgestellt hat und sehr gelobt wurde: http://www.rai-reiter-forum.de/viewtopic.php?p=23163#23163

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Caprivi
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BeitragVerfasst am: 21.01.2010, 22:21    Titel:   Antworten mit Zitat

Leider wird dem Gymnastizieren oft eine zu große Bedeutung beigemessen. Vor der Gymnastizierung steht das richtige, balancierte Reiten. Das hat auch Dr. Heuschmann betont und dabei auch die Ausbildungslehre der HDv 12 angeführt.
Je mehr man sein Pferd fordert, umso wichtiger wird es das ferd für diese Belastung zu trainieren. Dazu gehört dann auch das Gymnastizieren.

Wie beim Reiten kann man durch falsches Gymnastizieren auch Fehler machen und Probleme erzeugen.

Es gibt keinen Grund sich da verunsichen zu lassen.

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Sam





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BeitragVerfasst am: 22.01.2010, 08:00    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo
Danke für die Antworten.
Man liest halt überall von Gymnastizierung und weiß nicht wovon
überhaupt die Rede ist.
Jetzt kann ichs mir schon besser vorstellen. Danke

Lg Sam
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Caprivi
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BeitragVerfasst am: 22.01.2010, 15:40    Titel:   Antworten mit Zitat

Stell Dir doch einfach mal vor, was Du für Dich und Deinen Bedarf an Gymnastik machst oder machen solltest. Und dann überlege mal wie Dir die Gymnastik am besten gefallen würde.

Da die Pferde keinen Schmerzlaut haben und wenn Du kommst auch nicht sagen,
Du, das war wohl gestern etwas viel, ich habe Muskelkater,
musst Du das schon selber erkennen.

Gymnastizieren kann man auch durch viele abwechslungsreiche Einlagen, beim Spazierengehen im Gelände oder mit Stangen, Cavaletti, Plane, Bällen, Pylonen und und und.

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Sam





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BeitragVerfasst am: 24.01.2010, 18:44    Titel:   Antworten mit Zitat

@Charissima
Jetzt bin ich endlich dazu gekommen den Artikel von Brita Hurtienne
zu lesen Lächeln.

Gymnastizierung bedeutet also eigentlich nur Muskelaufbau und
die Muskeln müssen ja nur so gut aufgebaut sein wie die Anforderungen,
die an das Pferd gestellt werden.
Ich habe mir das immer irgendwie komplizierter vorgestellt.

Lg
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Clovi



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BeitragVerfasst am: 15.02.2010, 12:46    Titel:   Antworten mit Zitat

Huhu Sam,

Gymnastizierung ist mittlerweile schon ein ziemlich großes Gebiet. Gymnastizierung bedeutet einerseits Muskelaufbau. Es bedeutet, dass das Pferd Muskeln an den richtigen Stellen aufbaut, um einen Reiter gut tragen zu können. Ein Pferd wird ja nicht dazu geboren, um Reiter zu tragen, wenn man es so betrachtet.
Gymnastizierung bedeutet auch, die natürliche Schiefe des Pferdes auszugleichen.
Gymnastizierung bedeutet im Großen und Ganzen, dass das Pferd den Anforderungen, die an es gestellt werden, gewachsen ist und die Lektionen gut ausführen kann, ohne dabei physisch oder psychisch überlastet zu werden.

Gymnastizierung sind alle Arten von Wendungen, Zirkel, Volten, weil das Pferd so langsam lernt, sich zu biegen.
Gymnastizierung ist auch alles, was die Hinterhand des Pferdes aktiviert. Aktivierung bedeutet, dass Muskeln dort aufgebaut werden und die Hinterbeine vermehrt noch vor schwingen und somit mehr unter den Schwerpunkt, der ungefähr dort liegt, wo der Reiter sitzt, treten. Die Hinterhand zu aktivieren ist deshalb wichtig und ein großes Thema, weil im Verhältnis viel mehr Kilos auf den Vorderbeinen des Pferdes lasten, als auf den Hinterbeinen. Von Natur aus lasten 55% des Gewichtes auf den Vorderbeinen und 45% auf den Hinterbeinen des Pferdes. Wenn jetzt auch noch ein Reiter auf dem Pferd sitzt, werden die Vorderbeine noch mehr belastet, weil der Reiter ja ziemlich nahe bei den Vordernbeinen sitzt. Die Hinterbeine sind aber viel stärker als die Vorderbeine und können mehr Gewicht tragen. Dadurch, dass die Hinterbeine mehr unter den Schwerpunkt treten, nehmen sie mehr Gewicht auf und entlasten die Vorderbeine. Und das ist für die Pferdebeine gut.

Wenn man die Hinterhand nicht aktiviert, können die Pferdebeine Schäden bekommen. Ob und in welchem Ausmaß die Schäden kommen, ist aber wiederum von der Beanspruchung und vom Gebäude des Pferdes, und vom Reiter abhängig. Zum Beispiel wird ein Pferd, das sehr viel geritten wird oder Lektionen, die die Beine sehr belasten, ausführen muss, wahrscheinlicher Schäden an den Beinen bekommen, als ein Pferd, das schonender geritten wird. Auch ist die Arbeit auf dem Reitplatz beanspruchender für die Beine, als ein Ausritt. Rechteckpferde (also Pferde, die um einiges länger sind als hoch) werden auch früher Schäden bekommen als Quadratpferde (haben nicht so einen langen Rücken) weil Quadratpferde sowieso schon von Natur aus mehr unter den Schwerpunkt treten können. Passen Pferd und Reiter vom Gewicht her zusammen, ist es für das Pferd bei normaler Freizeitpferd-Beanspruchung ein Leichtes, den Reiter zu tragen. Gesunde Beine halten das normalerweise aus, ohne großartige Gymnastizierung. Auch wird ein Reiter mit einem guten ausbalancierten Sitz dem Pferd etwas Gutes tun. Fällt man dem Pferd in den Rücken und rutscht im Sattel herum, beansprucht man mit seinem Gewicht das gesamte Pferd natürlich viel mehr.

Rai-Reiter behandeln ihre Pferde normalerweise sehr schonend, deshalb muss das Pferd auch nicht so sehr gymnastiziert werden. Aber auch Rai-Reiter gymnastizieren ihre Pferde. Gymnastik ist es zum Beispiel für das Pferd, wenn es beim Ausritt über Äste steigen muss oder einen Hügel bergauf geht. Übergänge von einer Gangart in die andere gehören ebenfalls dazu. Rai-Reiter reiten Wendungen, zum Beispiel die Dominanz-Volte. (Biegen = Gymnastizierung) Will man die Hinterhand vermehrt aktivieren, kann man Seitengänge reiten oder Stangen und kleine Sprünge aufbauen.

Was viele Reiter nicht wissen oder ignorieren, ist, dass das Pferd losgelassen sein muss, wenn es gymnastiziert wird, (also wenn es geritten wird, weil Gymnastizierung ja praktisch alles ist). Nur ein losgelassenes Pferd kann all diese Dinge gut und richtig ausführen. Und Losgelassenheit hat in der Rai-Reitweise einen hohen Stellenwert.

Kurz gesagt: Gymnastizierung ist im Prinzip eine feine Grundidee. Das, was man mit dem Pferd machen will, entscheidet den Grad der Gymnastizierung. Rai-Reiter gymnastizieren ihre Pferde auch. Indem sie Wendungen und Übergänge reiten, oder einen Hügel hinauf. Mehr braucht ein Rai-Pferd meistens nicht, mehr zu machen schadet aber auf jeden Fall auch nicht.

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Liebe Grüße,
Clovi
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Caprivi
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BeitragVerfasst am: 15.02.2010, 19:25    Titel:   Antworten mit Zitat

Klasse Beitrag Clovi.

Es hilft auch sich vorzustellen was man selber an sich gymnastiziert, und wie man sich nach manchen Einheiten fühlt.
Und dann weiss man auch wie wichtig eine gut dosierte Intensität und Regelmäßigkeit ist.

Wenn man da nicht dran bleibt, bringen einzelne Gymnastikeinheiten nichts.
Da ist es besser die Belastung niedriger anzusetzen und die Tiere nicht zu überfordern.

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Sam





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BeitragVerfasst am: 15.02.2010, 23:02    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Clovi,
dein Beitrag war echt toll Super !!
Danke!

Als ich noch auf der Suche nach einem passenden Reitstall war und mir auch einige Englischställe angesehen habe , ist mir aufgefallen, dass dort kaum Biegungen geritten werden(villt. wegen dem Abteilungsreiten Grübeln). Beim Raiten wird kaum eine Bahn ohne Biegungen geritten(Volten, Zirkel, Schlangenlinien). Außerdem wird öfter die Gangart gewechselt. Das ist mir jetzt so aufgefallen, kann man villt. auch nicht so verallgemeinern.

Lg Sam
Winken
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Mona



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BeitragVerfasst am: 06.03.2010, 19:18    Titel:   Antworten mit Zitat

@ Clovi
Gut Zusammengefasst, muss ich mir merken! =)

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Es fühlt sich an, als wäre es das Normalste der Welt, als wäre sie schon immer da gewesen, und doch überkommt mich jedes Mal aufs neue ein Glücksgefühl wenn ich sie sehe.
Mein Seelenpferdchen - gesucht und gefunden! Lächeln
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RayMay
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BeitragVerfasst am: 07.03.2010, 10:39    Titel:   Antworten mit Zitat

@ X so weit ich weiss werden Westernpferde über Zirkel,Volten etc ausgebildet-vielleicht manchmal zu früh und zuviel-aber kommt wohl wie immer auf den Ausbilder an
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