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BeitragVerfasst am: 14.12.2009, 12:06    Titel: Bücher und DVDs   Antworten mit Zitat

Sachbücher

Natürliches Reiten 2010



Alles rund ums praktische Rai-Reiten.
Buchrezension mit vielen Lesebeispielen siehe unten.

247 Seiten, erschienen 2010, ISBN 9783894402099
Preis 29,50 Euro. Zu beziehen über den Shop unter www.rai-reiten.de.

Dieses Buch ist die aktualisierte Version des 1996 erschienenen Buches. Es umfasst alle Bereich des Rai-Reitens sowie allgemeines Pferdewissen von der Entwicklungsgeschichte über Haltung, Krankheiten, Rechts- und Versicherungsfragen bis hin zur Anatomie des Pferdes.


Werde zum Leittier deines Pferdes



In seinem neuesten Buch vermittelt der anerkannte Pferde-Experte die Psyche und Verhaltensweise der Pferde, um die Dominanz am Boden zu erreichen. Es es eine Anleitung, wie der Mensch die Kontrolle über sein Pferd gewinnt, ein Leitfaden für den gefahrlosen Umgang mit dem Kameraden Pferd. Zudem ist es eine wertvolle Hilfe bei der Analyse und der Beseitigung von Problemen.

133 Seiten, erschienen 2008, ISBN-10: 3934343090 ISBN-13: 9783934343092
Preis 24,80 Euro. Zu beziehen über den Shop unter www.rai-reiten.de.


Auch wir haben Gefühle - Das emotionale Verhalten der Pferde



Eines der eindruckvollsten Pferdebücher, auch für Nicht-Rai-Reiter unbedingt lesenswert.
Buchrezension mit vielen Lesebeispielen siehe unten.

144 Seiten, erschienen 2002, ISBN-10: 3000025073 ISBN-13: 9783000025075
Preis 15,00 Euro. Zu beziehen über den Shop unter www.rai-reiten.de.


Natürliches Reiten 1996



208 Seiten, erschienen 1996, ISBN 9783934343016

Dieses Buch ist vergriffen und wird auch nicht mehr nachgedruckt, da es komplett überarbeitet wurde, siehe oben.


Ohne Peitsche, ohne Sporen



Das erste Buch in dem der fehlende Schmerzlaut der Pferde veröffentlicht wurde.
Auch unter dem Namen "Die Kunst mit den Pferden zu sprechen" bekannt.
Buchrezension mit vielen Lesebeispielen siehe unten.

190 Seiten, erschienen 1995
Dieses Buch ist nicht mehr im Handel, kann aber bei Amazon, eBay usw. problemlos bezogen werden.


DVDs


Natürliches Reiten



Praktisches Rai-Reiten und wunderschöne Aufnahmen vom Reiten in der Natur.

Vierzig Jahre Umgang mit Pferden, deren Beobachtung in freier Wildbahn und 25 Jahre Studium der Psyche und Verhaltensweise der Tiere bilden die Grundlage für diese für alle Reiter wertvolle DVD. Fred Rai entwickelte eine neue Reitmethode für das Wanderreiten, die optimal auf die natürliche Verhaltensweise der Pferde abgestimmt ist. Ohne Zwang und ohne Anwendung von Peitsche, Sporen und Trense wird das Pferd mit einem einfachen Schnurhalfter am langen Zügel in der Natur geritten. Der Reiter sitzt dabei im Gleichgewicht des Pferdes. Dabei werden die Bewegungen des Reiters zu denen des Pferdes und das Pferd zu den Beinen des Menschen. Minimale Hilfen des Reiters reichen aus, das Pferd unter Kontrolle zu halten. Das allen Fluchttieren angeborene Wehrverhalten bleibt aus. Anschaulich übermittelt Fred Rai auf dieser DVD die grundlegenden Kenntnisse des Rai-Reitens, das auf die Psyche und Verhaltensweise und die natürliche Haltung der Pferde aufgebaut ist. Dieser Reitstil ist für Anfänger und Kinder ebenso leicht nachvollziehbar wie für konventionelle Reiter, die auf natürliches Wanderreiten umstellen wollen. RAI-Reiten ist die Sportart, bei der die gesamte Schöpfung harmonisch vereint ist: Natur – Tier – und Mensch.

Preis 25 Euro. Zu beziehen über den Shop unter www.rai-reiten.de.


Korrektur eines Pferdes - Vom Verbrecher zum Freund



So süß und gesund ihr Name klingt, so ungesund war der Umgang mit ihr: Honey, ein vierjähriges Quarterhorse, ausgestattet mit den besten Papieren, war lebensgefährlich. In einmaligen Bildern, aufgenommen von der unerfahrenen Besitzerin, ist hier zu sehen, wie ihr rohes Pferd durch falsche Behandlung unter Schmerzeinwirkung von einer angeblich “erfahrenen” Reitlehrerin verdorben wurde. Der bekannte Pferdeexperte und –psychologe Fred Rai zeigt, wie dieser sogenannte “Verbrecher” in nur 45 Minuten zu einem berechenbaren und gehorsamen Freund wird. Fred Rai hat im Laufe seiner 25jährigen Studien der Psyche, der Verhaltensweise und des ausgeprägten Gefühlslebens der Pferde Übungen entwickelt, mit denen er in der Lage ist, ohne jegliche Schmerzeinwirkung die nötige Dominanz am Boden und im Sattel über jedes Pferd zu erreichen. Diese DVD ist ein Leitfaden und eine unentbehrliche Hilfe für alle Reiter und Pferdefreunde. Sie zeigt, wie die Autorität ohne Schmerzeinwirkung (die das gefürchtete Wehrverhalten eines Pferdes auslösen kann) erreicht wird. Nur einer verständnisvollen Führungspersönlichkeit wird das Herdentier Pferd willig dienen und sich vertrauensvoll im Gefühl der Geborgenheit unterordnen. Von einem in der Rangordnung unter ihm stehenden Menschen wird das Pferd seinerseits Geborgenheit erwarten oder mit Wut und Aggression reagieren. “Ein Pferd herrscht – oder es dient” ist das gnadenlose Gesetz im Rangordnungsverhalten einer Herde.

Preis 25 Euro. Zu beziehen über den Shop unter www.rai-reiten.de.


Weitere Bücher


Pferde verleihen uns Flügel



Schöne Fotos und sinnige Betrachtungen über Pferde - ein Buch zum Entspannen

ISBN 978-3-8289-8136-2
Preis 7,95 Euro. Zu beziehen über den Shop unter www.rai-reiten.de.


Zauberwelt der Pferde



Der Vorgänger von "Pferde verleihen uns Flügel"
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BeitragVerfasst am: 14.12.2009, 12:26    Titel: Natürliches Reiten - Buchrezension   Antworten mit Zitat

Werner Popken, Herausgeber von http://pferdezeitung.com, hat uns freundlicherweise gestattet, hier seine Rezension des Buches "Natürliches Reiten" zu veröffentlichen, siehe Original unter http://pferdezeitung.com/Rezension/371, erschienen am 07.5.2006

Der Verlag sagt über das Buch:

'Natürliches Reiten' ist optimal auf die Verhaltensweise der Pferde abgestimmt. Es ist Wanderreiten:
    in freier Natur - am langen Zügel
    mit einfachem Schnurhalfter - ohne Peitsche
    ohne Sporen - ohne Trense
    ohne Zwang und Schmerz.

Rückentext

"Natürliches Reiten" ist optimal auf die natürliche Verhaltensweise der Pferde abgestimmt.
Es ist Wander-Reiten
    in freier Natur
    am langen Zügel
    mit einfachem Schnurhalfter
    ohne Peitsche
    ohne Sporen
    ohne Trense
    ohne Zwang und Schmerz
Wird ein Pferd natürlich geritten, verhält es sich ebenso entspannt wie auf der Weide und zeigt keine Neigung zum Durchgehen.
Im Gleichgewicht des Pferdes sitzend, hat der Reiter das Tier jederzeit mit minimalen Hilfen unter Kontrolle und ist im Einklang mit den Bewegungen des Pferdes.
Beim "Rai-Reiten" in freier Natur sind Natur-Tier-Mensch harmonisch vereint.

Der Autor
Fred Rai, Jahrgang 1941, ist Experte für Verhaltensweise und Psyche der Pferde. Er besitzt seit fast 40 Jahren eigene Pferde, derzeit 50. Fundiert zum Reiter im englischen Stil ausgebildet, war er im Turniersport erfolgreich. In den USA erlernte er das Westernreiten und wurde mit der überlieferten Reitweise der Indianer vertraut. Nach seiner Entdeckung, daß Pferden kein Schmerzlaut gegeben ist, befaßt er sich seit mehr als 25 Jahren mit der Psyche und Verhaltensweise dieser Tiere.

Die Voraussetzung dazu lag in seiner beruflichen Laufbahn, in deren Rahmen er nach gründlicher psychologischer Ausbildung bereits mit 26 Jahren Schulungsleiter im größten deutschen Versicherungskonzern wurde. Bereits mit 28 Jahren übernahm er als Direktor die Verantwortung für viele Mitarbeiter.

Neben den Pferden galt seine Liebe seit seiner Jugend der Musik. Nach seinem ersten Fernsehfilm "Urlaub zu Pferd", der vom ZDF produziert wurde, erhielt er einen Schallplattenvertrag und ist seit vielen Jahren der einzige Sänger, der immer auf dem Rücken seines inzwischen berühmt gewordenen Pferdes "Spitzbub" auftritt. Mittlerweile hat Fred Rai über 100 Lieder veröffentlicht, davon viele Eigenkompositionen.

In Dasing bei Augsburg schuf er einen gut besuchten Freizeitpark und ist heute Eigentümer einer der mit 84 km² größten Ranches in Arizona. Dort können seine Gäste unter idealen Bedingungen das natürliche Rai-Reiten erlernen.

1992 veröffentlichte er sein erstes Buch "Ohne Peitsche - ohne Sporen". Indem inzwischen in der vierten Auflage verkauften Buch beschrieb Fred Rai seinen Weg zum gewaltfreien Reiten und bezog kämpferisch Stellung gegen den Mißbrauch und die Quälerei von Pferden. Die ungeheure Resonanz auf dieses Buch veranlaßte Fred Rai, den "Europäischen Pferdeschutzbund" und die "Bundesvereinigung für gewaltfreies Reiten e.V." zu gründen. Diese gibt all denen eine Heimat, die mit ihrem Pferd in Harmonie wanderreiten wollen.

Die große Nachfrage nach Ausbildung in dem von ihm entwickelten Reitstil veranlaßte den Pferdepsychologen Fred Rai, in Dasing bei Augsburg ein Ausbildungszentrum für gewaltfreies Reiten einzurichten. Es ist der einzige Reitstil, der auf die natürliche Verhaltensweise der Pferde aufgebaut ist und alle seine Thesen theoretisch und praktisch beweisen kann.

Nur konsequent ist es, wenn er nun sein Wissen in einem Lehrbuch des Rai-Reitens für alle Reiter verfügbar macht.

Werner Popkens Meinung zu diesem Buch

Dieses ist ein richtiges Buch, in größerem Format, mit schwerem Deckel, gebunden, auf hochwertigem Papier gedruckt, und für die damalige Zeit sehr modern aufgemacht. Wie in einem Magazin ist der Text dreispaltig gedruckt, wobei die äußeren Spalten einzelne Sätze des Textes hervorheben. Der Anhang bietet ein Glossar und ein Stichwortverzeichnis.

Auf dem Vorderumschlag ist Fred Rai in einer weiten Mittelgebirgslandschaft abgebildet. Er sitzt auf einem Westernsattel und hält das "Bändele", das "Knotenhalfter ohne Knoten" mit Zügel, leicht in der Hand. Das Frontispiz zeigt Fred Rai auf demselben Pferd mit demselben Sattel und derselben Satteldecke, diesmal aber ohne Bändele, mit verschränkten Armen, auf einer Wiese vor einem Wald, der Rappe in starkem Schritt.

So mag man sich das ja noch gefallen lassen, eine Aufnahme für den Fotografen, im Hintergrund eine Absperrung, damit nichts passiert, weitab von jeder Irritation - aber weit gefehlt! Inzwischen habe ich es schon mehrfach erwähnt: Genau so, ohne jegliches Zaumzeug, mit verschränkten Armen, bin ich Fred Rai einmal begegnet, mitten im Lärm und Gewühl einer Pferdemesse, zwischen zwei Messehallen, freundlich lächelnd, die Arme verschränkt. Damals hatte ich mich noch nie mit Fred Rai beschäftigt, ich wußte gar nicht, wer er war und was er wollte, aber irgendwie war mir dieses Bild schon einmal begegnet und ich platzte ohne nachzudenken heraus: "Sie müssen Fred Rai sein!" Worauf dieser freundlich lächelnd nickte und vorüberritt.

Es lächelt aber nicht nur der Reiter, sondern auch das Pferd, sofern Pferde lächeln können, und ich würde behaupten, daß sie das tun. Den berühmten Spruch "Glückliche Milch von glücklichen Kühen" möchte ich abwandeln zu "Glückliche Reiter auf glücklichen Pferden". Das Glück der Reiter und Pferde liegt Fred Rai am Herzen, aber auch er mußte einen langen Weg zurücklegen und hat dabei Schuld auf sich geladen, die er mit seiner Arbeit und diesem Buch abtragen möchte. Er hat nämlich Pferde zunächst ganz konventionell gesehen und behandelt und dann erfahren, daß Pferde ganz anders sind.

Wie sind Pferde? Zunächst können Pferde keinen Schmerzlaut von sich geben. Diese Einsicht veränderte das Leben von Fred Rai. Man denke nur vergleichsweise an das Geschrei, das Hunde und Katzen von sich geben, wenn man ihnen versehentlich auf die Pfote tritt, und vergleiche das mit einem Pferd, das mittels Sporen, Peitsche, Gebiß traktiert wird. Man denkt gar nicht darüber nach, aber es gilt als normal, Pferde zu schlagen. Jockeys müssen lernen, die Pferde effektiv zu schlagen, damit diese gewinnen.

Fred Rai ist nicht gegen den Sport. Mit den Worten "Leistung - Ja, Quälen - Nein" faßt er seine Haltung zusammen (Seite 12). Aber er wettert unerbittlich gegen die unerträglichen Zustände im Sport:

Zitat:
Jährlich zu Tausenden durchgeführte Nervenschnitte an den Hufgelenken sprechen eine deutliche Sprache. Pferde, die durch Überforderung im Sport und beim Springen die sogenannte Hufrollenerkrankung erleiden, werden mit dem Durchtrennen der Nerven nicht geheilt, sondern lediglich schmerzfrei gestellt, um sie dann mit tauben Gelenken weiter beanspruchen zu können.

Hier gilt es, mit ganzen Einsatz Aufklärungsarbeit zu leisten, um die Reiter zu sensibilisieren und aufzuwecken, denn viele wissen nicht, was sie tun. Welche Fernsehanstalt würde noch das "Grand National" oder das Hindernisrennen in Pardubice in Tschechien übertragen, wenn Pferde mit gebrochenen Beinen ihren unmenschlichen Schmerz und ihre Todesangst lauthals hinausschreien könnten.[...]

Vergessen wir nicht: Das Tier fühlt genau wie der Mensch, ist ihm aber durch seine geistige Unterlegenheit ausgeliefert. Das Pferd ist auf das Wohlwollen und das Verständnis seines Herrn angewiesen. Durch den fehlenden Schmerzlaut bedarf es der besonderen Obhut und Sorgfaltspflicht seines Besitzers.
a.a.O., Seite 13


Zur Versammlung:

Zitat:
Tatsache ist, daß kein Pferd, am langen Zügel geritten, sich ohne die Einflußnahme des Menschen versammeln würde. Ein Pferd wird immer - läßt man seinem Instinkt freien Lauf - die angenehmste Haltung einnehmen. Somit ist eindeutig festzustellen: Die Versammlung ist eine unnatürliche Körperstellung. Sie kann mit Tanzfiguren im menschlichen Ballett verglichen werden.

Gegen das Reiten in dieser Art ist nichts einzuwenden, wenn sich Pferde zur Versammlung anbieten. Treibende Hilfen dürfen dabei nur fordern und nicht schmerzend eingesetzt werden. Ebenso soll die Verbindung der Zügel mit dem Pferdemaul so leicht wie mit einem Bindfaden sein - wie es große Reitlehrer der Vergangenheit fordern.

Doch nur ein Teil der Pferde bietet sich ohne Zwang zur Versammlung an. Trotzdem wird versucht, mit Hilfen eine künstliche Versammlung zu erreichen. Sägende Hände, Ausbinde-, Stoß- und Schlaufzügel sind schlimme und leider übliche Hilfsmittel, den Hals des Pferdes nach unten zu zwingen. Dabei wird selbstverständlich niemals eine echte Versammlung erreicht. [...]
a.a.O., Seite 42


Zum Westernreiten:

Zitat:
Auf der Suche nach verlorengegangenen Rindern waren unwegsamen, wilde Landschaften und steile Uferböschungen zu überwinden. Dies alles mit einhändiger Zügelführung! Die zweite Hand wurde zur Arbeit mit Lasso und Peitsche benötigt. Die Rinder mußten gefangen und oft 1.000 Meilen weit getrieben werden.

Dazu benötigte das Pferd seine volle Bewegungsfreiheit - vor allem aber seinen freien Hals. Ihn braucht das Pferd, wie der Mensch seine Arme, um den Körper beim Gehen oder Laufen auszubalancieren. Der freie Hals des Pferdes ist auch die Voraussetzung, daß der Reiter nicht ständig treiben muß. Es ist eine alte Binsenweisheit: Was ich vorne nicht halte, brauche ich hinten nicht zu treiben.

Dem Cowboypferd wird extreme Leistung abgefordert. Hohe Belastungen für Muskulatur und Sehnen stellen bei der Arbeit mit Rindern die plötzlichen Stops, engste Wendungen, Spurts aus dem Stand und das Hin- und Herspringen auf der Hinterhand dar.

Da Extrembelastungen, also Figuren, die über das natürliche Verhalten der Pferde hinausgehen, in keinem Reitstil ohne Schmerzeinwirkung herauszureiten sind, werden auch beim Western-Reiten Hilfsmittel verwendet, mit denen Cowboys ihren Pferden nicht unerhebliche Schmerzen zufügen können. Scharfe spitze Sporen, gezackte Sporenräder und blanke Kandaren werden häufig verwendet. Die Methode der früheren Cowboys waren also weder pferdeschonend noch pferdefreundlich.. Es blieb keine Zeit, junge Pferde behutsam einzureiten. Die Pferde wurden "eingebrochen". Ein Pferdeleben hatte keinen großen finanziellen Wert. Mitgefühl konnte man sich nicht leisten. Sättel waren teurer als die Tiere, für die sie gemacht wurden. [...]
a.a.O., Seite 42/43


Zum Westernsport:

Zitat:
Kurze Zeit sah es so aus, als würde die sprichwörtliche Treue und Zuverlässigkeit des Quarterhorses durch seine Verwendung als Freizeitpferd tatsächlich belohnt. Die schwere, oft harte und mit Extrembelastungen verbundene Arbeit beim Rindergeschäft wurde durch das Freizeitreiten ersetzt. Doch das Glück dauerte nur kurze Zeit. Mittlerweile hat sich der Leistungs- und Turniersport auch im Western-Reiten etabliert und erfreut sich ständig wachsenden Zulaufs. Wieder einmal hat der Mensch eine Sportart entdeckt, mit der man seinen eigenen Ehrgeiz auf Kosten eines Tieres befriedigen kann. Hier werden zum Vergnügen der Menschen - sicher nicht zum Vergnügen der unschuldigen und duldsamen Pferde - unter Wettbewerbsbedingungen immer extremere Leistungen gefordert. [...]

Aus diesem Grund muß das Wanderreiten als Alternative populärer gemacht werden. Wanderwege sind einzurichten, Wanderführer mit Übernachtungs- und Rastmöglichkeiten für Reiter und Pferd müssen erarbeitet und veröffentlicht werden.

Und noch etwas: Zum Wanderreiten sind Hilfen, mit denen man Pferden Schmerzen verursachen kann, nicht erforderlich. Es ist höchste Zeit, daß wir Reiter endlich aufwachen und verstehen, daß das duldsame Pferd bereit ist, den Menschen willig bis zur Erschöpfung zu tragen. Danken wir es doch diesen treuen Tieren, indem wir nur noch faire Leistungen von ihm fordern.

Weiß wirklich jeder Reiter, was er diesen Geschöpfen antut?
a.a.O., Seite 45


Das nächste große Thema ist die Erziehung. Hunde werden mit Belohnungen gezogen, Pferde mit Strafen. Wie widersinnig! Fred Rai arbeitet ausschließlich mit Belohnungen. Die beiden Abbildungen, mit denen das Kapitel "Verhaltensweise und Psyche der Pferde" eingeleitet wird, zeigen deutlich, worauf es ankommt und was erreicht werden kann.

Auf den ersten Bild sieht man eine Frau, die nach Rai-Manier mit dem Bändele an einem Straßenrand reitet und gerade von hinten von einem VW-Bulli überholt wird. Das Pferd geht so gelassen, als wäre das Auto gar nicht da. Man könnte es in Gedanken wegretuschieren und es würde nicht fehlen. Das andere Bild zeigt Fred Rai bäuchlings mitten unter seinem Pferd, das grast. Bildunterschrift: "Pferde, die keine Angst vor den Menschen haben und seine Dominanz anerkennen, sind berechenbar ungefährlich."

Zitat:
[...] Tiere können nicht falsch sein!

Ein Tier kann nur so reagieren, wie es seine Triebe und seine Veranlagungen von ihm verlangen. Mit der Kenntnis seiner Psyche und Verhaltensweise ist ein Tier also absolut berechenbar.

Man kann einen Hund beispielsweise nicht als falsch bezeichnen, der einen, wenn man ihn streichen will, in die Hand beißt. Der Hund, als fleischfressendes, vom Wolf abstammendendes Angriffstier, muß beißen, wenn er, aus welchem Grund auch immer, vor der ihn anfassenden Hand Angst hat. Eine Maus wird bei dem gleichen Vorhaben nicht beißen, sondern als ängstliches Tier sein Heil in der Flucht suchen. Ist es aber in die Ecke gedrängt, drohen schmerzhafte Erfahrungen mit diesem Nager. Das Wehrverhalten ist jedem Fluchtier angeboren.

Als typisches Fluchtier hat auch das Pferd ein ausgeprägtes Wehrverhalten. Dies zeigt sich im Beißen, Steigen, Buckeln, Ausschlagen und Durchgehen.
a.a.O., Seite 49/50


Zur Dominanz:

Zitat:
Tiere können nur so reagieren, wie sie veranlagt sind. Ein Pferd ist entweder bereit zu dienen und die gestellten Forderungen gehorsamst zu erfüllen, oder zu herrschen und bei Nichtgehorsam mit Bissen oder Tritten seinen Wünschen Nachdruck zu verleihen. Beide Verhaltensweise gehören also zum normalen Repertoire eines Pferdes, damit die Gemeinschaft einer Herde funktionieren kann.

Für den Menschen bedeutet das: Hat er die Dominanz über sein Pferd, ist dieses absolut bereit, ihm bedingungslos zu dienen und zu gehorchen. Hat das Pferd dagegen die Dominanz, erwartet es vom Menschen Gehorsam. Jede Anordnung des Reiters muß dann tatsächlich die echte Wut des Pferdes auslösen - die Folgen kennen wir alle. Deshalb ist also die Dominanz des Reiters unabdingbare Voraussetzung, ein Pferd führen zu können.
a.a.O., Seite 70/71


Zur Anatomie:

Zitat:
Der Rücken des Pferdes ist weit mehr als der andere Tiere in der Lage, schwere Lasten zu tragen. Das hat seine Ursache in der Brückenkonstruktion der Wirbelsäule, bei der die Gliedmaßen als Brückenpfeiler dienen. [...] Ein Pferd benötigt deshalb, im Gegensatz zum Menschen, keine Kraft, um den Kopf zu heben. So kann auch der Kopf der im Stehen schlafenden Pferde niemals nach unten fallen - was dagegen schon manchen Menschen wieder unsanft geweckt hat.

Es muß auch endlich mit der falsche Behauptung aufgeräumt werden, daß ein Pferd das Gewicht des Reiters nur in der Versammlung durch die verstärkte Wölbung des Rückens tragen könnte. Tatsache ist jedoch, daß die Wirbelsäule eines Pferdes von Natur her bereits eine äußerst tragfähige Rückenkonstruktion darstellt.

Steigt die Gewichtsbelastung, wird das Pferd ohne den Einfluß des Menschen instinktiv die Haltung einnehmen, mit der es die Mehrbelastung im Gleichgewicht am angenehmsten tragen kann. Versuche haben ergeben, daß Pferde bei geringer Belastung, wie der eines Kindes, eine andere Haltung einnehmen, als bei der Belastung durch einen Zwei-Zentner-Mann. Sie senken dabei den Hebelarm Hals, um über die "Umlenkrolle" Widerrist das an der Wirbelsäule befestigte Nackenband zu spannen. Die Tragfähigkeit des Rückens wird so erhöht. [...]

Warum dürfen auch Pferde nicht endlich in der für sie, ihren individuellen anatomischen Voraussetzungen entsprechenden und angenehmsten Haltung den Reiter tragen? Dies ist die für das Pferd schonendste Art. Davon kann sich jeder bei der Besichtigung meiner Pferde überzeugen. Bub, unser Rentner, ist mit 35 Jahren noch kerngesund, obwohl er nach zwölfjährigem Trabrennstreß bis zu seinem 30. Lebensjahr als Schulpferd viele Menschen das Reiten auf natürliche Art lehrte. Amigo, unser Araber: 28 Jahre korrekter Rücken und noch nie Beinprobleme; Lady, das bayerische Warmblut ist mit 26 Jahren durch ihre weichen Gänge das Lieblingspferd aller und ist kerngesund. Ich könnte diese Liste beliebig fortsetzen. Dies - nicht unbeweisbare Behauptungen - sind schlagende und unumstößliche Beweise für die Richtigkeit dieser Thesen.
a.a.O., Seite 98/99


Ich habe auch dieses Buch von Fred Rai von vorne bis hinten mit großem Interesse und Vergnügen durchgelesen und viele kleine Zettel eingelegt. Diese Zitate müssen aber jetzt reichen, um Haltung, Stil und Inhalte des Autors deutlich werden zu lassen. Auf Seite 120 plädiert er für Hufeisen, aber als Notlösung. Anscheinend weiß Fred Rai nicht, daß man Kontinente durchqueren kann, ohne Eisen benutzen zu müssen.

Fred Rai ist ein ganz praktischer Mensch. Deshalb findet sich in diesem Buch auch ein Abschnitt zum Verladen. Fred Rai muß als fahrender Sänger seine Pferde oft genug verladen und hat eine ganz besondere Methode - von der ich noch nie gehört hatte, die aber sehr einleuchtet. Ich werde sie Ihnen hier nicht verraten.

Fred Rai ist auch ein streitbarer Mensch. Er scheut sich nicht, Menschen auszugrenzen und dies auch noch als Randbemerkung herauszustellen: "Übergewichtige und ungelenke Reiter haben auf einem Pferderücken nichts verloren. Reiten soll für Reiter und Pferd eine faire Leistung darstellen."

Der Sitz nach Fred Rai sieht auf den ersten Blick merkwürdig aus, ist aber nach seinem Dafürhalten der einzige, der dem Pferd angemessen ist, und das Pferd ist für ihn das Maß aller Dinge: "In allen Gangarten gibt es nur einen richtigen Sitz auf dem Pferd, nämlich den Sitz im Gleichgewicht."

Fred Rai ist leidenschaftlicher Wanderreiter, und seine Vision und Forderung nimmt allmählich Gestalt an. Vor mir liegt die ganze Zeit eine Einladung in die Altmark, die mit 1600 Kilometern ausgeschilderten Routen und zahlreichen Reiter- und Ferienhöfen das größte zusammenhängende Reitwegenetz Europas besitzt. Überall im Lande, überall in Europa werden Reitwege eingerichtet und ausgebaut. Die Reiter müssen nur zugreifen.

Rai-Reiten ist gewaltloses Reiten, das Mensch und Pferd Freude bereiten soll. Voraussetzung dafür ist, daß der Mensch das Pferd versteht. Es geht nicht darum, das Pferd zu manipulieren, sondern seinem Wesen gerecht zu werden. Dieses Wesen der Pferde ist merkwürdigerweise jahrtausendelang unerkannt geblieben und mißverstanden worden. Ende des 20. Jahrhunderts jedoch meldeten sich überall Menschen wie Fred Rai, die eine neue Sicht des Pferdes anboten. Gewaltfreiheit ist oft Bestandteil dieser neuen Sicht, bis hin zum Verzicht auf jegliches Eisen.

Fred Rai ist ein Reiter und Lehrer, der unter allen Umständen beweisen kann, daß er Recht hat. Und er ist ehrlich genug, auch von Schwierigkeiten zu berichten. Zwei Beispiele dazu, die er als Illustration in einem Kasten bringt:

Zitat:
[...] Mehr als 300 Englisch-Reiter waren gekommen. Man Pferd ging wie im Traum. Die leichteste Drehung meines Körpers setzte es in Volten und Schlangenlinien um. Man sah keine Hilfe beim Angaloppieren, die Parade zum Stehen erfolgte mit zwei Fingern über mein dünnes Schnurhalfter: das "Bändele". Doch erst als ich das Halfter meines Pferdes entfernte und alle Figuren in allen Ganggarten ohne jegliches Zäumung vorstellte, bemerkte ich beeindruckte Gesichter. "Ja, aber andere Pferde kann man ohne Gebiß in dieser Art nicht reiten.", wurde ich von einer Gruppe von Reitern belehrt. "Bringt mir ein Pferd.", war meine Antwort und ich wußte, daß es wie immer ein Problempferd sein würde. Das aufgeregte Gemurmel bestätigte mir dies, und schon wurde es hereingeführt. Ein großer, schöner, schwarzer Wallach. Über seine Untugenden, die er mit Sicherheit hatte, brauchte ich mir nicht lange Gedanken zu machen. Er war noch nicht einmal in der Bahn, da hatte er sich schon losgerissen und jagte durch die Halle. Ich fing ihn ein und legte ihm mein Schnurhalfter an. Den Belohnungston lernte er in zwei Minuten. Ich setzte mich auf seinen Rücken und zeigte ihm, daß kein Peiniger ihn bestiegen, sondern eine "große gelbe Rübe" auf ihm Platz genommen hatte. Sie galt es vorsichtig zu tragen, wollte man nicht die Quelle der Leckereien versiegen lassen. Er begann nach dem "Zankapfel" Trense oder Kandare zu suchen. Doch so sehr er sich auch streckte, er konnte keinen "Feind" im Pferdemaul entdecken, gegen den es sich zu wehren galt. Zusehends wurde er ruhiger. Hätte ich jetzt die Zügel angenommen, wäre er mir sicherlich durchgegangen - was er perfekt beherrschte. Doch Pferde rennen nur bei Zwang, denn Druck erzeugt Gegendruck. Am langen Zügel machte er eine ruhige Runde und nahm eine Zwei-Finger-Parade an, als wäre er auf eine unsichtbare Mauer gelaufen. "Hoho" kam die Belohnung. Drei weitere Paraden mit Belohnung und er gehörte mir. Ich ritt ihn mit zwei Fingern in allen Ganggarten und Bewegungen. Er ging, als hätte er nie einen anderen Reitstil kennengelernt. Am Schluß Parade zum Stand aus dem Galopp. Das Pferd stand wie angewurzelt. Dann kam der Beifall.

Doch mein größtes Lob kam von dem alten Pferdemann, Andreas Maurus, über das ich mich besonders freute. Er nahm mir das Mikrofon ab und sagte zu seinen Gästen, dieser geradlinige und urige Allgäuer: "Jetzt hend Ihr denkt, Ihr könntet meinen Freund Fred reinlegen, jetzt hat er Euch zeigt, was Reita hoißt."
a.a.O., Seite 133


Aber nicht immer geht es so glimpflich ab:

Zitat:
Mein schwierigster Fall war ein Pferd, welches das Steigen zu einer derartigen Perfektion entwickelt hatte, daß es ohne Gefahr nicht mehr zu führen war. Dieser Wallach überrannte alles und jeden. Beim kleinsten Ruck des Zügels stieg er senkrecht in die Luft und hieb mit den Vorderhufen Richtung Mensch. Ich gestehe, daß es für mich eine harte Prüfung war, auch hier meine bis dahin schon hundertfach bewährte Methode zu beweisen. Ich stehe dazu, daß ich ein flaues Gefühl im Magen hatte, als ich die Zügel aufnahm, und alle, die zusahen, hatten ebenfalls Angst. Klappte es wirklich - auch in diesem extremen Fall? In gewohnter Manier wollte er an mir vorbeistürmen. Aus den Augenwinkeln sah ich den Pferdekörper kommen und ich sprang ihn mit eisernen Willen rückwärts an. Meine Hinterseite prallte an seine Brust, er stand. Würde er steigen? Ich durfte mich nicht umdrehen. In diesem Moment war jede Angst verschwunden. Ich schob ihn mit aller Energie einen Schritt zurück - er wich mir aus. Mit langen Zügel schritt ich wieder vorwärts. Er ging willig mit. Ich stoppte ruckartig, er blieb einen Meter hinter mir stehen. Nochmals entschieden rückwärts auf ihn zu, er wich mir aus. Ich hatte gewonnen, meine Beobachtungen waren richtig. Selbst in diesem kritischen Fall wurde dies bestätigt. Fünf weitere Übungen machten aus ihm ein gesittetes Pferd. Er lief mit durchhängendem langen Zügel hinter mir und ließ sich ruhig in seine Box führen, in die er sonst immer hineinstürmte.
a.a.O., Seite 138


Dieses Buch ist zugleich eine Einführung in die Pferdehaltung, in die Geschichte der Pferde, in die Geschichte der Reiterei, und sie endet mit dem Kapitel "Pferdekauf, Rechts- und Haltungsfragen". Wer nichts von Pferden versteht und sich zum ersten Mal informieren möchte, sollte dieses Buch kaufen. Alle anderen natürlich auch. Ich habe ziemlich viele Pferdebücher gelesen und dieses mit ganz besonderem Interesse. Es spielt keine Rolle, daß das Buch schon zehn Jahre alt ist. Es wird noch lange aktuell bleiben.

Ein Rezensent bei Amazon fand, daß Fred Rai sich wiederhole. Das kann ich nicht bestätigen. Wenn dem so sein sollte, kann es nicht schaden. Wer die ethischen Ansprüche, die für Fred Rai unabdingbar sind, nicht erfüllen will oder kann, wird ihn freilich verteufeln müssen. Wer seine Pferde quälen muß, kann Fred Rai nicht gut finden. Wer seine Pferde zur Befriedigung seines Ehrgeizes benutzt, wird an den Methoden und Forderungen von Fred Rai keine Freude haben. Er muß andere Erfahrungen machen, möglicherweise genau die, die Fred Rai zur Umkehr bewegten, die ihn aufwachen ließen, die ihm zeigten, was ein Pferd wirklich ist.

Aber vielleicht muß es gar nicht so weit kommen, vielleicht reicht schon die Lektüre dieses Buches, um dem Leser die Augen zu öffnen und ihm neue Perspektiven zu geben, ihm neue Erfahrungen zu ermöglichen. Selbstverständlich ist ein Buch nicht alles, die praktische Umsetzung, die Vorführung gehören dazu. Vielleicht wird man nach der Lektüre einen Rai-Lehrer suchen. Fred Rai selbst unterrichtet, und manchmal auch auf seiner Ranch in den USA. Im Sommer ist er allerdings in Dasing verpflichtet, als Bösewicht in seinen Karl-May-Festspielen. Horst Janson spielt in diesem Jahr den Old Shatterhand. Der ist ja auch blond und Fred Rai ist schwarz. Dabei ist er doch gar kein Bösewicht!
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BeitragVerfasst am: 14.12.2009, 12:31    Titel: Ohne Peitsche - Ohne Sporen - Buchrezension   Antworten mit Zitat

Werner Popken, Herausgeber von http://pferdezeitung.com, hat uns freundlicherweise gestattet, hier seine Rezension des Buches "Ohne Peitsche - Ohne Sporen" zu veröffentlichen, siehe Original unter http://pferdezeitung.com/Rezension/363, erschienen am 12.3.2006

Der Verlag sagt über das Buch (Klappentext)

Kaum jemand weiß, daß ein Pferd nicht schreien kann, wenn es Schmerzen erleiden muß. Diese Grunderkenntnis ist Fred Rai eine der wichtigsten Botschaften seines Buches. Aus dieser Erkenntnis hat Fred Rai eine Reittechnik entwickelt, die optimal auf die natürliche Verhaltensweise der Pferde abgestimmt ist. Wer seinen vierbeinigen Freund nach dieser Schule ausbildet, hat die Gewähr, daß er sich immer hundertprozentig auf sein Pferd verlassen kann. Statt dem Willen des Reiters aus Angst vor Bestrafung zu folgen, reagiert das Tier freiwillig und freudig in Erwartung einer Belohnung.

Konsequent erteilt der Autor dem Hochleistungssport mit Pferden eine klare Absage. Dagegen setzt er auf Partnerschaft zwischen Mensch und Tier, die gerade beim Freizeitreiten in der Natur zur Geltung kommt. Hier gibt der Autor auch Anregungen zur Anlage kürzerer Reitausflüge, aber auch praktische Tips zur Planung und Vorbereitung mehrtägiger Reittouren.

Der Autor belegt seine Thesen durch persönliche Erlebnisse; eingestreute Erzählungen, Anekdoten und Schilderungen von Abenteuer-Urlauben in Deutschland und den USA machen das engagierte und temperamentvoll geschriebene Buch zu einer unterhaltsamen Lektüre für alle Pferdefreunde.

Fred Rai
ist kompetenter Pferdekenner und als Experte für Pferde und Reitsport aktiv im Deutschen Tierschutzbund tätig. Er ist der einzige Country- und Westernsänger Europas, der immer mit seinem Pferd "Spitzbub" auftritt. Millionen kennen ihn aus Rundfunk und Fernsehen, von seinen Bühnenauftritten und Schallplatten sowie aus seiner Western-City bei Augsburg.

Werner Popkens Meinung zu diesem Buch

Dieses Buch ist vergriffen. Es hat mindestens drei Auflagen erlebt und dürfte weitverbreitet sein. Die Chancen, es antiquarisch erstehen zu können, stehen deshalb nicht schlecht. Ich empfehle www.booklooker.de.

Im Moment müssen Sie dort für eins der sechs Angebote zwischen 12,40 EUR und 18,28 EUR inklusive Versand anlegen. Woraus ich schließe, daß das Buch durchaus begehrt ist.

Vor ein paar Tagen waren es noch sieben, eines liegt jetzt vor mir auf dem Tisch. Es ist ein gediegenes Buch, gutes Papier, herrliche Fotos, Fadenheftung - dieses Buch lebt noch lange, wenn es gut behandelt wird. Der Umschlag ist etwas mitgenommen, woraus ich schließe, daß es oft dem Regal entnommen und wieder eingestellt wurde. Ein Buch also, das in Benutzung war, aber schonend behandelt wurde und bis auf die Gebrauchsspuren am Umschlag wie neu ist.

Der Inhalt ist jetzt 14 Jahre alt. Das Buch ist 1992 zum ersten Mal erschienen. Es hat nichts von seiner Brisanz verloren, die Hoffnungen, die darin geäußert werden, sind leider immer noch nicht Realität geworden. Es beginnt mit dem Vorwort von Dr. Andreas Grasmüller, seines Zeichens Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Zitat:
[...] Manchem, der im Pferd einen Sportartikel sieht, den er dazu benützt, um Wettbewerbe mitzumachen, Ehrungen anzustreben, interessiert die Lebensweise und schon gar die Verhaltensart eines Pferdes nur am Rande. Es muß springen, galoppieren, traben, es muß sich der Musik beim Gehen anpassen, unnatürliche Gangarten darbieten und vieles mehr.

Sicher sind Reiter oft mit ihren Pferden sehr verbunden. Wenn sie aber von ihrem "Bock" sprechen, der nicht das gebracht hat, was er bringen sollte, erkennt jeder Außenstehende die verächtliche Einstellung dieses Menschen zu seinem Pferd.

Wie oft habe ich überlegt, welche Angstgefühle ein Tier ausstehen muß, wenn man es zwingt, über Hindernisse zu springen, die es vorher gar nicht gekannt hat, obwohl die Möglichkeit bestanden hätte, bei solchen Veranstaltungen am Tag zuvor dem Tier den Parcours zu zeigen. Aber vielleicht wissen solche "Tierfreunde", daß das Pferd unter den Haustieren zu den duldsamsten gehört und nur dann eine Leistung verweigert, wenn die Angst größer ist als der Schmerz durch die harte Trense im empfindlichen Pferdemaul. [...]

Um so erstaunter stellte ich fest, daß der Verfasser eine Verbindung zu seinen Pferden zum Ausdruck bringt, die über jeden Zweifel erhaben ist. Mit diesem Buch ist wurde Anfang gemacht für eine absolute Änderung in der Verhaltensweise nicht der Pferde, sondern der Menschen. Springreiter, die ihre Pferde barren oder beschönigend touchieren, reiterliche Vereinigungen und Reitervereine, die die Trense als Selbstverständlichkeit ansehen, werden bald der Vergangenheit angehören, denn jeder, der dieses Buch liest, wird erkennen, daß er seinem Partner Schmerzen zufügt - Schmerzen, die kein Pferd erleiden müßte. [...]
a.a.O., Seite 7


Sehen Sie, aus diesem Grunde ist es interessant, auch alte und vergriffene Bücher zu besprechen. Es hat sich nichts getan, gar nichts. Jedenfalls nicht im offiziellen Sport. Nach der Einleitung folgt ein doppelseitiges Foto. Es zeigt einen weiten Blick über eine Mittelgebirgslandschaft, im Vordergrund Fred Rai mit seinem Pferd, selbstverständlich ohne Eisen im Maul, mit Packtasche und Decke hinter dem Sattel. Der Reiter kehrt uns den Rücken zu und genießt die Aussicht.

Auf der nächsten Seite zwei schreckliche Bilder; ein Pferd landet voll in einem Hindernis, der elegant gekleidete Reiter mit roter Jacke, weiße Rose und Stulpenstiefeln fliegt in den Dreck - das zweite Foto ist sogar noch schrecklicher, allerdings muß man genauer hinschauen. Der Bildtext klärt auf: "Das brutalste Pferderennen der Welt ist das ' Grand National' in England: Oft nicht einmal die Hälfte der gestarteten Pferde erreicht das Ziel." Und dann sieht man es: drei Pferde stürzen, zwei Jockeys purzeln durch die Gegend, der dritte ist nicht zu erkennen, weitere Reiter stürmen auf die große Hecke zu, möglicherweise gibt es im nächsten Moment weitere Stürze, am Rande belustigen sich die Zuschauer.

Ein paar Seiten weiter noch ein schreckliches Foto: "Wie oft sieht man nicht austrainierte Military-Pferde, die nach kilometerlanger Jagd entkräftet über die letzten, fest gebauten Hindernisse stürzen und sich dabei nicht selten die Beine oder das Genick brechen!" Das alles als Auftakt zum Kontrastprogramm. Eine Seite weiter wieder ein wunderschönes Foto, Fred Rai ganz klein oben auf einem Felsen, wieder in Betrachtung der Landschaft vom Rücken seines Pferdes aus. Der Text: "Die herrlichen, feinfühligen Pferde sind dazu geschaffen, sich ohne Einwirkung von Gewalt dort zu bewegen, wo sie zu Hause sind - in der freien Natur." Gegenüber die Kapitelüberschrift: "Mein erstes Pferd nannte ich Bubi".

Fred Rai kann Geschichten erzählen, Geschichten, die zu Herzen gehen, die anregen, zur Nachahmung anstiften. Auch Seite 23 dann Fotos, die beweisen, daß Fred Rai reiten kann, kommunizieren kann, Pferde versteht. Ohne Sattel und Zaumzeug reitet er im Gelände, springt, reitet sogar Turniere, dort allerdings vorschriftsmäßig gekleidet. Also kennt er die Sünden, weil er sie selbst begangen hat.

Was ich vorhin geschrieben habe, ist natürlich nicht richtig. Dieses Buch von Fred Rai hat die Welt verändert, zumindest in Teilen. Fred Rai ist heute ein Begriff, es gibt eine große Schar von Anhängern, er wird diskutiert, er hat Schüler ausgebildet, die in seinem Sinne wirken, und er hat natürlich, persönlich oder durch seine Schüler oder durch seine Bücher, viele Menschen beeinflußt. Vor 14 Jahren muß es noch viel provokanter geklungen haben, was Fred Rai verkündet.

Was immer Fred Rai schreibt - es hat auch heute noch Gültigkeit. Und er schreibt nicht etwa abgehoben, sondern immer im Angesicht der Realität. Zum Beispiel auf Seite 151: "Ein Pferd muß auch versichert werden". Ich glaube, die Bücher, in denen dieses Thema angesprochen wird, muß man mit der Lupe suchen. Seite 153: "Hochleistungssport ist Pferde-Mord". Wer traut sich, das zu sagen?

Ein schönes Buch, ein empfehlenswertes Buch, ein Buch, das nachdenklich macht, aus dem man viel lernen kann - unter anderem Reiten. Ein Buch, das mit Herzblut geschrieben ist von jemandem, der etwas von Pferden und von Pferdesport versteht, der mit den Pferden fühlt und sich nur dann wohl fühlt, wenn er weiß, daß es auch seinem Pferd gutgeht.

Nur das vorletzte Foto hat mich etwas irritiert. Fred Rai sitzt auf einem Felsen, sein Pferd grast, die Gitarre hängt vom Sattelknauf herunter, es ist eine Idylle, man kann die Stille der Natur hören, die würzige Luft riechen, und Fred Rai raucht Pfeife!
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BeitragVerfasst am: 14.12.2009, 12:41    Titel: Auch wir haben Gefühle - Buchrezension   Antworten mit Zitat

Werner Popken, Herausgeber von http://pferdezeitung.com, hat uns freundlicherweise gestattet, hier seine Rezension des Buches "Auch wir haben Gefühle" zu veröffentlichen, siehe Original unter http://pferdezeitung.com/Rezension/376, erschienen am 11.6.2006

Der Verlag sagt über das Buch:

Tiere können nicht falsch sein.

Rückentext

Nicht für die Entdeckung des äußeren Zeichens von Freude bei Pferden, sondern auch die neue Erkenntnis, daß das Gefühl die wichtigste Schaltstation einer Handlung ist und allein über das Wohl- oder Unwohlempfinden jedes Lebewesens entscheidet, sind die Ergebnisse gründlicher Studien von Pferdepsychologe Fred Rai.

"Tiere können nicht falsch sein. Aber nur bei Kenntnis aller Verhaltensweisen und Triebe, auch des ausgeprägten Gefühlslebens, sind Reaktionen voraussehbar. Es ist höchste Zeit, daß das Gefühlslebens dieser Tiere endlich erkannt und in deren Verhaltensmuster aufgenommen wird. Die Kenntnis des Gefühlslebens der Pferde ist für jeden Reiter und Pferdefreund wichtig, um sein Tier besser verstehen und führen zu können. So wird dieses Buch für alle Pferdefreunde eine unentbehrliche Hilfe beim Umgang mit dem Kameraden Pferd sein, zumal es speziell über das Gefühlslebens der Pferde bisher fast nichts nachzulesen gibt."

Fred Rai

Werner Popkens Meinung zu diesem Buch

Die Bücher von » Fred Rai müßten Bestseller sein. Ich fürchte, sie sind es nicht. Woran liegt das? Lassen Sie mich ein wenig spekulieren. Es liegt bestimmt auch am Verlag. Klaus Ferdinand Hempfling, der berühmte Bestseller-Autor, hat überwiegend bei Kosmos publiziert, und Kosmos ist ein großer Verlag, führend im Bereich der Pferdebücher. Allerdings war eines der Bücher Hempflings offenbar so stark in die Esoterik abgedriftet, daß Kosmos dafür nicht zur Verfügung stand. Vermutlich war dieses Buch trotz des inzwischen berühmten Autors auch deshalb weit weniger erfolgreich. Außerdem: Pferdeleute suchen nicht in der Esoterik-Abteilung einer Buchhandlung.

Dabei waren sicher nicht alle Bücher aus dem Kosmos Verlag gleich erfolgreich, einfach weil die Bücher Hempflings in der Qualität stark streuten. Berühmt ist sein erstes Buch "Mit Pferden tanzen"; diesbezüglich hat der Verlag sogar einmal Zahlen veröffentlicht: Mehr als 50.000 verkaufte Exemplare. Verglichen mit Bestseller-Romanen ist das natürlich immer noch sehr bescheiden. Aber wie groß ist der Markt? Romane kann jeder lesen, doch für Pferdebücher interessieren sich höchstens Pferdeleute.

Wenn man bedenkt, daß es in Deutschland etwa eine dreiviertel Million organisierte Reiter gibt und fast 10 Millionen Menschen, die an Pferden interessiert sind, kann man das Potential besser beurteilen, das für Bücher wie die von Fred Rai eigentlich interessant sein müßte. Der Autor ist nach meiner Einschätzung mindestens so attraktiv wie Hempfling, dabei aber vermutlich längst nicht so eingebildet, als Showstar auch außerhalb der Pferdeszene bekannt und bestimmt ebenso mit allen Mitteln der Publicity vertraut.

Er hat im Gegensatz zu Hempfling ein Leben lang mit Pferden zu tun gehabt, war fest in die Turnierszene integriert und dort sportlich erfolgreich, besitzt eine große Ranch in den USA, wo man seine Art des Reitens auf seinen Pferden, womöglich unter seiner » persönlichen Anleitung lernen kann, betreibt in Dasing bei Augsburg den Freizeitpark » Western-City und hat seine eigene Reiseagentur » Rai-Reisen, die den Urlaub auf seiner Ranch organisiert. Und selbstverständlich bildet er seine eigenen Trainer aus, die das von ihm entwickelte » Rai-Reiten in der Fläche unterrichten.

Verglichen mit Michael Geitner, dessen überwältigende Präsenz im Internet ich in › Rezension 359 untersucht habe, müßte Fred Rai also viel populärer sein, schon allein wegen seiner vielseitigen Aktivitäten - schließlich ist Rai auch noch erfolgreicher Sänger. Google kennt aber unter diesem Namen nur 21.400 Einträge (Hempfling 28.500, Geitner 50.300), und diese Suche wird lediglich von eBay und Amazon beworben, und zwar ganz unspezifisch, statt wie in den anderen Fällen mit direkten Links auf einzelne Bücher. Dabei ist das vorliegende Buch nicht das erste und nicht das letzte von Fred Rai; zwei habe ich bereits besprochen, eins davon ist vergriffen (Südwest-Verlag), das andere im Verlag Naturbuch erschienen, das jetzt zu besprechende Buch im Nessos Verlag. Südwest, Naturbuch, Nessos?

Spekuliere ich weiter, so muß ich vermuten, daß die klassischen Pferdeverlage (Kosmos, Müller-Rüschlikon, BLV, Cadmos, FN-Verlag) am Autor Fred Rai nicht interessiert waren. Der Südwest-Verlag war und ist für alles mögliche berühmt, nur nicht für Pferdebücher. Der Naturbuch Verlag ist mir bisher noch nicht bekannt geworden; da er aber in Augsburg ansässig ist, hielt ich eine Verknüpfung mit dem Weltbild Verlag für naheliegend, und von daher auch eine persönliche Verbindung zu Fred Rai, der ja bei Augsburg seinen Freizeitpark betreibt. Ein bißchen Recherche bei Google erbrachte nichts über den Naturbuch Verlag, aber eine Fundstelle, in der ein Buch als vom Naturbuch-Verlag/Weltbild-Verlag herausgegeben erscheint - die Verbindung Naturbuch/Weltbild war also richtig geraten (» Rezension Fliegen und Mücken).

Das vorliegende Buch schließlich ist gewissermaßen im Selbstverlag erschienen, denn der Verlag hat dieselbe Adresse wie der Freizeitpark und auch dasselbe Symbol wie Fred Rai persönlich, nämlich einen Kentauren. Auf dessen Webseiten wird man auf einen Shop bei 1&1 verwiesen, wo man das Buch bestellen kann, aber keine weiteren Informationen findet, außer einem kurzen Werbesatz. Das ist schade.

Denn ich wünsche den Bücher von Pferde Rai die größtmögliche Verbreitung. Jeder Pferdeliebhaber sollte seine Bücher kennen - und das sind MILLIONEN. Wo kann man so viel über Pferde lernen wie bei Fred Rai, wer ist ein größerer Pferdekenner? Haben Sie schon einmal davon gehört, daß Monty Roberts einen Steiger persönlich gezähmt hat? Pat Parelli reitet selbst, das stimmt, aber ich erinnere mich noch gut an die Berichte über ihn und seinen Schüler in der Pferdezeitung, in denen beide gar nicht gut aussahen. Im Gegensatz zu manchen anderen Pferdeflüsterern arbeitet Fred Rai nicht hinter verschlossenen Türen - eine Wand seiner Reithalle in Dasing fehlt sogar, er könnte sich gar nicht verstecken, wie er mir einmal erzählte.

Anscheinend gibt es enorme Widerstände, die sich seiner Wirkung widersetzen, etwa in der Verlagslandschaft, wie man vermuten muß, aber auch unter Pferdeleuten selbst. Teilweise kann man das ja nachvollziehen. Fred Rai hat in seinem ersten Buch das Turnierwesen scharf angegriffen. Er selber war ein Teil des Systems und kennt die Sache also von innen her. Da die Pferde Schmerzen nicht äußern können, kann man sie quälen. Man kann nicht nur, man tut es auch. Und das will man sich natürlich nicht vorhalten lassen. Also müssen sämtliche Sportreiter Fred Rai verteufeln, das leuchtet ein. Für die FN ist es am besten, wenn man Fred Rai totschweigt.

Was aber treibt einen Mann wie Hanno Pilartz, seit 2003 im VFD Rheinland-Pfalz für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, dazu, in einem Forum des VFD auf die harmlose Frage nach der Beurteilung des Rai-Reitens forsch zu verkünden:
wenn Fred Rai etwas mehr von Pferden verstünde, könnte man ihn in eine Reihe mit Monty Roberts, Pat Parelli stellen....
Das sind m.E. alles Egomanen, denen es mehr um sich als um die Sache der Pferde geht....
Immerhin scheint seine "Methode" Pferden seelisch weniger zu schaden als die traditionelle "Hau-drauf-der-Bock-muss-drüber-Methode"


Da muß ich mich doch fragen, ob dieser Mann sich mit Fred Rai überhaupt auseinandergesetzt hat. Vermutlich nicht. Und warum muß er dann giften? Diese Formulierung "wenn Fred Rai etwas mehr von Pferden verstünde" ist einfach grandios danebengegriffen! Mir drängt sich da sofort die Gegenfrage auf: Was versteht Hanno Pilartz von Pferden?

Würde er das auch von mir sagen? Vermutlich. Pferdeleute neigen dazu, alles besser zu wissen. Jeder sein eigener Papst. Dabei bilde ich mir ein, eine Menge von Pferden zu verstehen. Und warum? Weil ich die Gelegenheit und das Glück hatte, entsprechende Beobachtungen zu machen, Beobachtungen, die zum Beispiel ein Olympiasieger mit ziemlicher Sicherheit gar nicht machen kann. Und zwar deshalb nicht, weil er seine Pferde in Boxen hält und damit nicht nur entscheidende Erkenntnisse über das Wesen von Pferden nicht gewinnen kann, sondern auch noch ganz elementar gegen wesentliche Bedürfnisse von Pferden verstößt.

In diesem Zusammenhang zitiert Fred Rai den bekannten Tierforscher Prof. Grzimek, der ihm gegenüber geäußert haben soll: Pferdehaltung ohne täglichen freien Auslauf ist Tierquälerei. a.a.O., Seite 44

Dieser Satz findet sich im Abschnitt über den Bewegungstrieb. Und dieser innerhalb einer systematischen Abhandlung über Triebe. Diese wiederum findet sich im Zusammenhang mit den grundlegenden Mechanismen, die für den Autor das Wesen der Tiere ausmachen. Die Ausführungen sind in sich schlüssig und überzeugend. Sie gründen sich auf Beobachtungen von Fred Rai, der mehr beobachten kann als Turniersportler, aber natürlich auch nur das, was ihm mehr oder weniger zufällig begegnet. Viele dieser Erfahrungen sind einzigartig und auch ihm erst sehr spät vergönnt gewesen, und deshalb darf man alle diese Ausführungen nicht als der Weisheit letzter Schluß ansehen. Fred Rai macht weitere Erfahrungen, die aber durch seine Pferde und seine Umgebung und ihn selbst natürlicherweise beschränkt sind. Andere Leute werden andere Erfahrungen machen. In diesem Sinne wünsche ich mir auch eine entsprechenden Verbreiterung der Forschungsbasis. Es soll doch nicht alles von diesem einen Mann abhängen!

Überhaupt können wir ja nur das beobachten, auf das wir vorbereitet sind, für das wir offen sind. So kann es geschehen, daß jahrtausendelang Beobachtungen nicht gemacht wurden, die anschließend mit Leichtigkeit wiederholt werden können, sobald irgend jemand sie einmal gemacht hat. Ein sehr schönes Beispiel bringt Fred Rai selbst. Wie üblich war er davon ausgegangen, daß Pferde keine Möglichkeit haben, Freude zu äußern, im Gegensatz zu Hunden, die er immer wieder als Kontrastbeispiel anführt, deren Schwanzwedeln ganz allgemein als Äußerung von Freude verstanden wird. Und eines Tages ist ihm ein Erlebnis vergönnt, das ihn eines Besseren belehrt.

Zitat:
[...] Es ergab sich, daß zwei Wochen auf meiner Ranch keine Gäste angesagt waren. Um mich wirklich vom Streß und den körperlichen Anstrengungen beim Bau der Gästehäuser zu erholen, faßte ich den Plan, zwei Wochen inmitten meiner 20köpfigen Pferdeherde zu leben. Schon lange war es mein Traum gewesen, in eine Pferdeherde integriert zu sein, einen bestimmten Rangordnungsplatz einzunehmen und das Verhalten der Tiere Tag und Nacht zu beobachten. Zusätzlich hatte ich mir die Aufgabe gestellt, auch bei Pferden ein äußeres Zeichen von Freude und Wohlbefinden zu entdecken. [...]

Seit Tagen bemerkte ich schon ein steigendes Interesse der sechs so zurückhaltenden Ranchpferde an meiner Person. Immer öfters äugten sie aufmerksam zu mir und fraßen gerne Pferdekorn aus meiner Hand. Gerade Geronimo, anfangs der Gleichgültigste, schob sich häufig in meiner Nähe. [...]

Geronimo hatte gerade getrunken und äugte zu mir herüber. Er verharrte einige Sekunden und kam dann ganz gemütlich auf mich zu. Bei mir angelangt, genügte das Anlegen seiner Ohren und ein mißbilligendes Schütteln seines Kopfes, um meine beiden Lieblinge Apache und Blue, die in der Rangordnung unter ihm stehen, zu verjagen. Er stand vorsichtig über mir. Seine prüfenden großen Nüstern schnüffelten meinen Kopf ab. Ich verhielt mich völlig ruhig. Seine Tasthaare kitzelten mich an der Nase. Ich blickte in seine neugierig auf mir ruhenden Augen. Ohne ihn zu berühren, sprach ich leise mit beruhigendem Tonfall auf ihn ein. Er ging um mich herum, schnüffelte mich weiter ab und knickte plötzlich mit den Vorderbeinen ein. Bis ich mich versah, lag Geronimo neben mir. Eine Gänsehaut überzog mich.

Sie wurde durch ein herrliches Glücksgefühl ausgelöst, das meinen Körper durchflutete. Ich weiß, Pferde sind nur dann bereit sich hinzulegen, wenn sie sich absolut sicher fühlen.

Als Fluchttiere müssen Pferde bei einer drohenden Gefahr immer in der Lage sein, das Weite zu suchen. Dies ist der Grund, warum sie auch im Stehen schlafen können. Obwohl er mit dem Menschen bis vor wenigen Monaten nur schmerzhafte Erfahrungen gemacht hatte, brachte Geronimo mir dieses Vertrauen entgegen. Oft habe ich erlebt, daß meine Pferde bei der Annäherung eines Menschen, dank ihrer guten Erfahrung mit ihnen, gemütlich liegenblieben. Dies war jedoch das erste Mal, daß sich ein Pferd aus eigenem Antrieb zu mir legte. Ein Zeichen von absolutem Vertrauen und Anhänglichkeit. A.J. war der nächste, und nach und nach lagen sie fast alle im lockeren Kreis um mich herum. Ein Glücksgefühl durchflutete mich. Ich wußte, nun gehörte ich zu ihnen. Meine Pferde hatten mich in ihre Herde aufgenommen - ein Geschenk, das bisher nur wenige Menschen erhielten.

Ich war glücklich. Sachte streichelte ich den Hals von Geronimo. Die Ohren, bis dahin aufmerksam gestellt, gingen plötzlich nach hinten. Zuerst glaubte ich ein Zeichen von Abwehr darin zu sehen, bis ich in seine Augen schaute. Die Lider halb geschlossen, blickte er sichtlich zufrieden und glücklich. Und da bemerkte ich, die Ohren waren nicht aggressiv an den Kopf angedrückt, sondern nur zurückgenommen, die Muscheln schräg nach hinten gestellt. War dies das Zeichen von Wohlbefinden und Freude, nach dem ich so lange gesucht hatte?

Ich nahm meinen Arm zurück. Sofort verfolgte Geronimo mit gespitzten Ohren und aufmerksamen Augen meine Bewegungen. Leise mit ihm sprechend, wiederholte ich meine Zärtlichkeit. Und tatsächlich, es zeigte sich die gleiche Reaktion. Die Augen wurden kleiner, die Ohren legten sich in der Verlängerung der Stirn nach hinten, und die Öffnung zeigte wiederum schräg nach hinten. Mit einem tiefen Ausatmen legte er sich plötzlich auf die Seite und streckte seine Beine weit von sich, um sich von der herrlichen morgendlichen Arizona-Sonne bescheinen zu lassen [...]

Ich erhob mich. Nun wollte ich es wissen. Hatte ich wirklich das Zeichen für Wohlbefinden und Freude entdeckt? In der große Scheune stopfte ich meine Taschen voll mit Pferdekorn, das mittlerweile von allen Pferden mit Begeisterung als Belohnung angenommen wurde. Meine beiden Vertrauten Blue und Apache erwarteten mich wie immer am Koppeleingang. Ihre gespitzten Ohren waren aufmerksam auf mich gerichtet. Funktionierte es auch bei diesen Pferden? Ich stellte mich seitlich zu Apache, hielt ihm eine Handvoll Pferdekorn vor das Maul und kraulte ihn, wie er es so gerne hat, unter dem Kinn. Schwups, genüßlich dabei kauend, schwappten die Ohren nach hinten, genau in die Verlängerung der Stirn, die Ohrmuscheln schräg nach hinten gerichtet. Ein zufriedener Blick zeigte auch hier das Wohlbefinden und die Freude des Pferdes an. Das gleiche Ergebnis hatte ich bei all meinen anderen Pferden.
a.a.O., Seite 91ff.


So gewinnt man also Erkenntnisse. Man muß erstens die Gelegenheit dazu haben. Man muß zweitens die Möglichkeit einer Beobachtung überhaupt erst in Betracht ziehen. Erst dadurch, daß Fred Rai sich vorgenommen hatte, ganz bewußt danach Ausschau zu halten, ob Pferde nicht auch Äußerungen der Freude zeigen, konnte er diese erkennen. Aber der Entschluß selbst reichte immer noch nicht aus. Hätte er nicht für längere Zeit innerhalb seiner Herde leben wollen, wäre es vermutlich bei dem Vorsatz geblieben. Und auch diese Voraussetzung war noch nicht genug. Wäre es nicht Geronimo gewesen, hätte dieser sich nicht entschlossen, sich neben Fred Rai niederzulassen, hätte Fred Rai nicht diese Glücksgefühle erlebt, würden wir diese Art der Ohrenbewegung immer noch nicht deuten können.

Aber Moment: Dies ist erst einmal eine Beobachtung von Fred Rai und seine Interpretation. Wissenschaftliche Erkenntnis gewinnt man dadurch, daß Experimente beliebig zu jeder Zeit von jedermann zuverlässig wiederholt werden können, sofern die Versuchsbedingungen eingehalten werden. Jetzt sind Sie gefordert: Überprüfen Sie diese Beobachtung und Interpretation!

Der Aufbruch des Fred Rai in neue Sphären, die Verabschiedung vom Turniersport wurde bekanntlich ausgelöst durch den Tod seines Pferdes und die Erkenntnis, daß Pferde Schmerzen nicht äußern können, verbunden mit dem großen Schuldgefühl, daß er sich an seinem Pferd versündigt hatte, indem er ihm wiederholt Schmerzen zufügte, um im Sport bessere Ergebnisse zu erreichen. Diesen Versuch müssen wir nicht wiederholen, denn wir wissen alle, daß man ein Pferd nach Belieben verprügeln oder sonstwie quälen kann, ohne daß es schreit. Bei einem Hund wäre so etwas undenkbar.

Fred Rai denkt naturwissenschaftlich. Er fragt sich immer: Warum ist das so? Im Sinne der Darwinschen Theorie muß eine besondere Eigenschaft evolutionäre Vorteile haben. Würden Pferde bei Schmerzen Laut geben müssen, wäre dies gegenüber den Raubtieren verräterisch. Das leuchtet ein. Entsprechend analysiert Fred Rai das gesamte Wesen des Pferdes aus seiner biologischen Beschaffenheit. So gibt es für das Beute- und Fluchttier Pferd Sicherheit nur in der Herde. Auch daraus kann man wieder ableiten, daß Boxenhaltung Tierquälerei ist - aber das sagt weder Fred Rai noch Prof. Grzimek, das sage ich. Fred Rai spricht von Trieben, die nach seiner Vorstellung Pferde im Gegensatz zu Menschen vollständig bestimmen und steuern. Hat man also die Triebsteuerung verstanden, kann man das Pferd beherrschen.

An diesem Modell ist sicher etwas dran. Ich persönlich finde es zu mechanistisch. Tiere sind nicht so primitiv, wie wir denken. So sagt Fred Rai in seinem Shop und auf dem Rückentext: "Tiere können nicht falsch sein." Da bin ich mir nicht sicher. Die Wissenschaftler finden täglich neue Hinweise dafür, daß angeblich menschliche und nur menschliche Eigenschaften auch Tieren zugeschrieben werden müssen. So hat man neulich herausgefunden, daß Affen durchaus der bewußten Täuschung fähig sind. Genau wie im Fall der Freude bei Pferden mußte natürlich erst einmal ein Forscher den Entschluß fassen, dies den Affen überhaupt zuzutrauen, und dann eine entsprechende Versuchsanordnung zu entwickeln, die seine Hypothese beweisen könnte, und dann auch noch das Glück haben, daß einer der Affen ihm den Gefallen tatsächlich tut.

Sind Tiere also seelenlose Maschinen, die man todsicher beherrschen kann, wenn man ihre Gebrauchsanleitung gelesen und verstanden hat? Manche Forscher sind ja der Meinung, daß auch Menschen nichts anderes als etwas kompliziertere Roboter sind, bessere Maschinen, im Grunde vollständig determiniert. Andere wiederum sehen Menschen als gottgleiche Geschöpfe, mit Eigenschaften begabt, die sich prinzipiell von Maschinen und sonstigen Mitgeschöpfen unterscheiden. Und dann gibt es die Esoteriker, die nicht nur dem Menschen, sondern auch dem Tier eine Seele zubilligen und behaupten, jeder könne lernen, mit dieser Seele zu kommunizieren. Manche Religionen verkünden bekanntlich, daß jedes Wesen, genauer jede Seele sich immer wieder inkarniert und sich dabei im Prinzip weiter entwickelt, aber auch zurückgestuft werden könnte, so daß etwa ein Mensch in der nächsten Inkarnation nicht wieder Mensch wird, sondern vielleicht ein Pferd, daß aber auf jeden Fall die Pferdeseele als Menschenseele inkarniert werden könnte.

So weit geht Fred Rai in diesem Buch nicht. Die Seele bleibt außen vor. Sein Modell sieht so aus:

Zitat:
Bei Kenntnis aller das Handeln eines Pferdes betreffenden Faktoren wird ein Pferd zu einem kalkulierbaren Sportkameraden. Tiere können nur so reagieren, wie es die angestammten Verhaltensweisen und Triebe von ihnen fordern.
a.a.O., Seite 24


Angesichts der oben zitierten Erkenntnisse bezüglich der Affen, die man ja auch glaubte so verstehen zu können, fürchte ich, daß dieser Ansatz doch noch etwas zu eng ist; im Moment ist er aber absolut akzeptabel und ausreichend und wesentlich weitreichender als andere Ansätze.

Denn immerhin gesteht Fred Rai den Pferden (und natürlich auch den Hunden usw.) Gefühle zu. (Endlich bin ich beim Thema.) Was sind Gefühle? Kann man die messen? Man kann sie nicht sehen, jedenfalls nicht direkt, nur die Äußerungen, wenn überhaupt. Aber zu behaupten, daß es keine Gefühle gäbe, ginge wohl zu weit. Also: Menschen haben Gefühle, Hunde haben Gefühle - haben auch Pferde Gefühle?

Dazu klärt Fred Rai zunächst einmal, was Gefühle sind, bzw. versucht es, und stellt dabei verblüfft fest, daß die ach so erfolgreiche Wissenschaft zum Thema "Gefühle" nicht viel zu sagen hat.

Zitat:
Folgende Definitionen des Begriffs Gefühle finden sich in den neuesten wissenschaftlichen Lexika der Psychologie:

"Gefühle oder Emotion läßt sich nicht definieren, sondern nur umschreiben, da sich Gefühl auf nichts anderes zurückführen läßt", oder "Gefühl ist ein Grundphänomen individuellen Erlebens, das jedem bekannt ist, sich unmittelbarer Erfassung jedoch entzieht."!!!

Nur der Psychologe Bottenberg trifft den Nagel auf den Kopf, indem er schreibt:

"Über das, was Gefühle sind und welche Funktionen sie haben, gibt es so viele Ansichten wie Personen, die sich damit beschäftigt haben."!!!

Solche Definition stellen die Sachlichkeit der so wichtigen Wissenschaft, der Psychologie, in diesem Bereich in Frage. Das gleiche gilt für die in engem Zusammenhang stehenden, jeder Handlung zugrundeliegenden Begriffe wie Trieb, Instinkt, Sinn, Wahrnehmung und Empfindung, die oft ebenso unpräzise beschrieben werden.

Dies kann nicht befriedigend sein, wenn alle anderen Wissenschaften wie beispielsweise Physik und Mathematik längst erkannt haben, daß die Existenz des gesamten Universums auf den klaren Naturgesetzen der Logik und des Ausgleichs aufgebaut ist. Nur was sich im Ausgleich befindet kann existent sein.
a.a.O., Seite 9


Fred Rai betritt also Neuland, nicht nur im Bereich der Pferdepsychologie. Neben den schon erwähnten Analogien zu anderen Tierarten bemüht er natürlich immer wieder auch die Analogie zum Menschen, insbesondere in Bezug auf Gefühle und Triebe, denn selbstverständlich sind wir Menschen für Fred Rai auch Tiere; die für Tiere zutreffenden Aussagen gelten für ihn uneingeschränkt auch für die Menschen. Ein Beispiel:

Zitat:
Bei dieser Gelegenheit muß auch gleich mit dem Irrtum aufgeräumt werden, Tiere könnten mutig sein. Mutig sein heißt, die vorhandene Angst zu besiegen. Dies kann nur der Verstandesmensch. So kann bei fleischfressenden Aggressionstieren nicht von mutig gesprochen werden, sie kennen nur keine Angst. Unschwer ist dies an folgendem Beispiel zu erkennen: Vor dem Haus ist ein verdächtiges Geräusch zu hören. Der Mensch kann mit Mut seine Angst vor dem Ungewissen in der Dunkelheit überwinden. Der kleinste Dackel dagegen wird ohne zu zögern lauthals bellend hinausstürmen. Er ist nicht mutig, er hat nur keine Angst.
a.a.O., Seite 33


Über die Erörterung der Begriffe Sinn, Empfindung, Instinkt, Gefühl, Reaktion kommt der Autor zum Begriff Trieb und dann zum Grundgefühl, um schließlich über "Kommunikation auf der Ebene des Gefühls" zu referieren. Es bleibt aber natürlich nicht bei akademischen Diskussionen; Fred Rai ist ein Pferdemann und Wissenschaftler nur im Nebenberuf. Alle Erkenntnisse werden sogleich zur Praxis zurückgekoppelt.


Zitat:
Der Angsttrieb ist der vorrangige Trieb des Fluchttieres Pferd, der jedes Verhalten beeinflußt. Aus ihm entsteht das ausgeprägte Herdenverhalten, denn nur die Herde bietet dem Individuum Schutz.

Für das Funktionieren einer Herde ist eine klare Rangordnung erforderlich, ohne die weder eine Herde, noch ein Rudel, noch eine menschliche Gemeinschaft bestehen kann. So überlagert der Angsttrieb auch das Freß- und Sexualverhalten der Pferde.

Angst erzeugt Unterordnung.

Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse ist die Tatsache, daß Angst beim Pferd nicht, wie allgemein angenommen, Wehrverhalten und Unterordnung auslösen kann. Auch meine Analysen sind immer wieder an dieser irrigen Auffassung gescheitert. Auf dieser Grundlage konnte kein logischer Verhaltensablauf konstruiert werden.

Schließlich habe ich klar erkannt: Angst löst nicht Wehrverhalten, sondern nur Unterwürfigkeit aus.

Dies ist unschwer an der Reaktion des rangniederen Pferdes auf die Drohgebärden des dominanten Tieres zu erkennen. Das Weglaufen ist keine Flucht, sondern die Angst des Unterlegenen veranlaßt diesen, sich aus dem Intimbereich des Überlegenen zu entfernen.

Damit bestätigt sich leider, daß Pferde tatsächlich mit angsterzeugenden Hilfsmitteln in eine Unterwürfigkeit getrieben werden können. Die dabei entstehenden Probleme müssen jedoch klar erkannt werden: Durch das negative Grundgefühl, das durch das Gefühl Angst ausgelöst wird, entsteht ein Unwohlempfinden des Pferdes. Es zeigt dadurch keine Leistungsbereitschaft, ist unwillig und wird auf Dauer ein gestörtes Verhalten entwickeln. Um das zum Überleben notwendige Gleichgewicht wiederherzustellen, sucht der Körper durch Fehlverhalten diese Mangelerscheinung wieder auszugleichen. Es entstehen Untugenden und Aggression. [...]

Wegen des vorrangigen Angsttriebes, der jedes Verhalten eines Fluchttieres überlagert, ist der Herdentrieb bei Pferden sehr stark ausgeprägt. Die Herde bietet dem Einzelnen Schutz zum Überleben gegen die eisernen Gesetze der Natur. Ein Einzelgängerpferd in freier Wildbahn hätte keine Überlebenschance. Es wäre bald ein leichtes Opfer des feindlichen Raubwildes, wenn es ohne Schutz einer Herde beispielsweise dem Schlafbedürfnis nachkommen würde. Dies ist einer der Gründe für das stark ausgeprägte Herdenverhalten.

Bei einer ziehenden Herde werden die vorderen sicheren Plätze von den ranghöchsten Tieren eingenommen, die schwachen und alten Tieren dagegen, als Futter für das Raubwild, auf die gefährlichen hinteren Plätze abgedrängt.

Darum ist auch das ständige Zurückhalten eines Pferdes hinter einer Reitergruppe niemals eine Dominanzübung, sondern verdirbt jedes Pferd. Dieses Pferd muß Panik bekommen, denn "den Letzten beißen die Hunde". [...]

Aus diesem Grund ist die Kenntnis des so stark ausgeprägten Herdenverhaltens für den Reiter so wichtig. Das Pferd herrscht oder es dient. Es gibt nichts dazwischen. So passieren auch Pferde in der Natur einen Engpaß genau in der Reihenfolge der Herde. Niemals würde ein Pferd dulden, daß sich ein rangniederes Tier vor ihm in Sicherheit bringt, denn das letzte fällt dem Raubwild zum Opfer.

Das Passieren einer Engstelle in der klar abgesteckten Reihenfolge ist eine entscheidende Beobachtung zum Erlangen der Dominanz über ein Pferd bei der Bodenarbeit. Das Führen eines Pferdes an der Seite ist falsch. Das Pferd hat sich hinter dem Reiter einzuordnen. Niemals läuft ein ranghöheres Tier dem Rangniederen nach, immer übernimmt der Dominante die Führung. [...]

Beim rangniederen Pferd löst die Dominanz des ranghöheren Pferdes das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit aus. Es überläßt ihm das Sicherheitsdenken und steht ruhig in dessen Nähe - deutlich zu sehen am Verhalten von Wildpferden. Auch bei Gefahr bleiben diese Tiere so lange stehen, um den Schutz der Herde nicht zu verlieren, bis das Leittier die Flucht ergreift.

So ist das dominante Pferd auch dem Menschen gegenüber nicht bereit, ihm beim Führen willig zu folgen. Es versucht ständig, den ihm zustehenden "sicheren" Platz vor ihm einzunehmen. Ein weiteres typisches Merkmal ist das Weigern dieser Pferde, ruhig neben dem Menschen stehenzubleiben.

Ein Pferd herrscht - oder es dient.
Es gibt nichts dazwischen.

Ein ranghöheres Pferd in einer Herde wird mit bösen Drohgebärden eine untergeordnetes Tier von der Tränke vertreiben, um vor diesem seinen Durst zu stillen. Von einer Sekunde zur anderen wird es jedoch von der herrschenden Rolle in die dienende springen, wenn ein ranghöheres Tier ebenfalls die Tränke beansprucht.

Genau so verhalten sich die Pferde dem Menschen gegenüber. Haben sie gelernt, sich gegen Menschen zu behaupten, dann erwarten sie den Gehorsam des rangniederen Lebewesens, geraten in Wut und werden aggressiv, wenn ihr Dominanzverhalten nicht respektiert wird.

So sind Pferde also nicht für alle Zeiten verdorben. Ganz im Gegenteil, sie springen innerhalb kürzester Zeit - wie das Beispiel "Tränke" zeigt - von der Dominanz in die Unterordnung.

Es ist also keine Zauberei, wenn aus "Verbrechern", die zu mir zur Korrektur kommen, in kürzester Zeit "Lämmer" werden, wenn sich der zornige Blick das Leittieres plötzlich in ein zufriedenes und ruhiges Auge verwandelt, das aus dem Gefühl der Geborgenheit geboren wird. [...]

Des Gefühlsleben ist im Menschen, dank unserer tierischen Vorfahren, tiefverwurzelt. Deshalb ist es nur logisch, daß wir uns nur auf der Entwicklungsstufe dem Pferd mitteilen können, auf der dieses Lebewesen steht - auf der Ebene des Gefühls.

Es muß endlich klar erkannt werden, daß das Gefühl die Ebene ist, auf der wir uns mit den Pferden verständigen können. Um dies zu verdeutlichen, möchte ich wieder unsere bellenden Hausfreunde, die Hunde nennen. Über deren Gefühlsleben ist sehr viel mehr bekannt. Diese "mutigen" Tiere können ihre Gefühle viel besser ausleben und sie uns dadurch übermitteln als das von der Angst geprägte Fluchttier Pferd. Dieses muß auf jede Bewegung, wie das Auffliegen eines Vogels, das Fallen eines Blattes oder das Davonhuschen einer Maus reagieren, könnte dies doch das Anzeichen für die Nähe des gefürchteten Raubtieres sein. Wir wissen, daß die Angst eines Menschen von Hunden klar erkannt wird, und daß das Kommando "Platz" erst dann befolgt wird, wenn wir mit unserem Willen dahinterstehen.

Auch bei kleinen Kindern, die vorwiegend "instinktiv" reagieren, können wir die gleiche Feststellung treffen. Wenn auf die Bitte um ein Eis ein "Nein" der Mutter erfolgt, fühlen die Kleinen sehr wohl, ob dies tatsächlich "nein", "vielleicht" oder gar "ja" bedeutet.

Wie sagte einst Freiherr von Langen, der einzige Reiter, der jemals mit einem Pferd die S-Dressur und das S-Springen bei einer Weltmeisterschaft gewann, über das Reiten:

"Ein Gebilde aus lebenden Stahl scheint dich zu tragen.
Läßt du dich aber zur Erde ziehen, im Geiste und im Wollen,
kriecht ein müder Wurm unter dir im Staube.
Dein Pferd weiß um dich."

So überträgt sich der Mut eines Reiters, seine Sicherheit, Freude, Leistungswille, aber auch Angst, Verzagtheit, Trauer und Willenlosigkeit auf das Tier. [...]

Aus diesem Grunde möchte ich klar und deutlich eine Feststellung und Aufforderung aussprechen: Wer trotz Kenntnis der Erfordernis der menschlichen Dominanz und der Kenntnis des Erlangens der Dominanz über das Herdentier Pferd nicht in der Lage ist, dem Pferd die erforderliche Führungsrolle zu geben, hat auf dem Rücken eines Pferdes nichts verloren. Der Unfall ist vorprogrammiert. Niemand hat das Recht, das Leben anderer Menschen oder das eines Tieres zu gefährden.

Reiter, die durch ständige Inkonsequenz und Angst den Pferden ihre Schwäche und ihr Unvermögen zeigen, sind bei kleineren Haustieren wie Wellensittichen und weißen Mäusen besser aufgehoben. Diese Feststellung kann nicht deutlich genug gemacht werden. Man kann die Liebe eines Pferdes mit Zucker nicht kaufen. Ganz im Gegenteil, das Pferd wird nach dem Versiegen der "süßen Quelle", wenn seine Forderung nach mehr vom rangniederen Menschen nicht erfüllt wird, mit wütendem Zwicken oder gar bösen Bissen reagieren.

Liebe, Anhänglichkeit, Unterordnung und Ergebenheit kann man von einem Pferd nur dann erhalten, wenn man ihm eine klare Dominanz bietet.
Dominanz heißt nicht, das Pferd mit Schmerz oder Brutalität zu brechen, sondern ihm durch Klarlinigkeit und gerechte Konsequenz eine Fügungspersönlichkeit zu sein, die ihm das Gefühl des Vertrauens, der Geborgenheit und Sicherheit übermittelt.

Dies kann nur auf der Ebene der Gefühlsübermittlung und der Gefühlsübertragung geschehen.
a.a.O., Seite 37 / 39 / 40 / 42 / 55 / 56 / 57


Wie viele Jahre es wohl noch dauern wird, bis sich alleine die Erkenntnis bezüglich der richtigen Position beim Führen in der Pferdewelt herumgesprochen haben wird? Verstehen Sie jetzt, warum ich mich dafür ins Zeug lege, daß sämtliche Pferdeleute sich auf die Bücher von Fred Rai stürzen?

Nachdem die theoretischen und praktischen Konsequenzen geklärt sind, beschreibt Fred Rai eine ganze Reihe von Pferden, die er sehr gut kennt, und erläutert daran, wie sich die Gefühlsübermittlung und Gefühlsübertragung im Einzelfall darstellen. Aus der Geschichte über Geronimo habe ich eingangs zitiert. Diese elf Schilderungen alleine sind Gold wert, ob sie ein Pferd besitzen aber nicht. Fred Rai ist nicht nur ein begnadeter Reiter, Pferdekenner, Sänger, sondern auch ein wunderbarer Geschichtenerzähler und Schriftsteller. Einige Geschichten sind mir so zu Herzen gegangen, daß mir die Tränen kamen. Hempfling können Sie dagegen glatt vergessen.

Selbstverständlich ist dieses Buch mit wunderbaren Illustrationen ausgestattet, die meisten davon zeigen den Autor mit seinen Pferden. Auf Seite 102 sieht man eine alte Dame zusammen mit Fred Rai und dem wunderschönen Appaloosa Dany Boy. Dieses Pferd ist von der alten Dame gezogen und aufgezogen worden. Mit zwei Monaten hatte es seine Mutter verloren und kannte keine anderen Pferde. Solange es bei der alten Dame war, schien es nichts zu vermissen. Schließlich aber gab sie das Pferd aus Altersgründen weiter an Fred Rai. Mit sechs Jahren kam dieses Pferd zum erstenmal in eine Herde.

Die Integration des Waisen in die Herde war bei Fred Rai anscheinend recht unproblematisch. Das Drama kam später. Die alte Dame brauchte ein paar Wochen, um den Verlust zu verwinden, besuchte aber schließlich ihren Liebling mit einem Korb Möhren. Fred Rai war dabei und dachte sich nichts Böses. Er sollte eine schlimme Lektion lernen. Am besten lasse ich wieder Fred Rai selber sprechen:

Zitat:
Ethel war noch 20 Meter von Dany Boy entfernt. Mit glücklichem Gesichtsausdruck nahm sie eine Möhre aus dem Korb. Sie streckte ihre Hand lockend aus und rief ihn mit ihrer gütigen Stimme: "Dany Boy - come on - my Dany Boy!" Immer hatte sie es so getan, wenn sie zu ihm ging.

Die Reaktion war schrecklich. Ein Erschauern überzieht noch heute meinen Körper, wenn ich an das denke, was dann geschah. Dany Boy erstarrte. Er warf seinen Kopf hoch und verharrte einige Sekunden völlig steif. Man sah, wie es in seinem Kopf arbeitete. Plötzlich stürmte er vor, stieg vor der zu Tode erschrockenen Frau hoch in die Luft und schlug Ethel mit der Vorderhand nieder. Sie wurde rücklings zu Boden geschleudert, wobei die Vorderhufe nur knapp den Kopf verfehlten. Er sprang über die am Boden liegende Frau hinweg, trat mächtig nach ihr aus und fußte noch einmal mit den beiden hinteren Beinen neben Kopf und Schulter auf. Ethel wurde glücklicherweise nicht voll getroffen, denn das wäre mit Sicherheit das Todesurteil für diese alte und zarte Frau gewesen.

Die Haare standen mir zu Berge. Dany Boy drehte sich gerade um und machte Anstalten, sich erneut auf Ethel zu stürzen. Ich rannte auf sie zu, um weiteres Unheil zu verhüten, stellte mich schützend vor sie und trieb Dany Boy mit wilden Drohgebärden davon. Zu Tode erschrocken bückte ich mich zu Ethel nieder und half ihr mühsam auf die Beine. Sie blutete am Hals und am linken Ohr. An der Schulter zeichnen sich ebenfalls Schürfwunden ab. Ethel war dem Tod noch nie so nahe gewesen. [...]

Es gibt nur eine Erklärung: Dany Boy brachte das plötzliche Auftauchen von Ethel mit seiner früheren Einsamkeit in Verbindung. Nachdem er nun in die Herde eingegliedert war und Freundschaften geschlossen hatte, befürchtete er, wieder in das Eremiten-Dasein auf Ethels Farm zurück zu müssen. Der Herdentrieb der Pferde ist stärker als die Bindung zum Menschen. Der Instinkt des Pferdes fordert diese Reaktion selbst gegen einen Menschen, der ihn jahrelang liebevoll versorgt hatte.
a.a.O., Seite 99 ff.


Diese Analyse bewahrheitete sich, denn sobald Dany Boy verstanden hatte, daß der Besuch nicht Rückkehr bedeutete, war er wieder so wie früher.

Wer solche Erlebnisse nicht hatte, kann natürlich unmöglich zu den Erkenntnissen kommen, die Fred Rai in diesem Buch ausbreitet. Und das ist ja auch gut so. Denn wenn jeder von uns alles selbst erleben müßte, um die entsprechende Schlüsse ziehen zu können, wären wir auf einem Niveau unterhalb der Steinzeit. Die Menschheit hat sich ja gerade so rasant entwickeln können, weil wir unsere Erkenntnisse aufzeichnen und weitergeben können. Die Erfindung des Buchdrucks hat diesen Prozeß enorm beschleunigt, das Internet erhöht die Geschwindigkeit der Ausbreitung von Erkenntnissen noch einmal, und in diesem Sinne wünsche ich mir, daß meine Rezension auf fruchtbaren Boden fällt und der Weiterentwicklung der Menschen und des Verhältnisses der Menschen zu Pferden dient.

Das Titelbild zeigt Fred Rai zusammen mit Apache und Geronimo, den beiden Pferden, die ihm in Amerika am meisten haben zeigen können. Apache war extrem eifersüchtig und hat Fred Rai erstmals die Augen geöffnet. Mit dieser Geschichte wird das Buch eingeleitet, diesem Pferd verdanken wir es. Es ist übrigens ein weiteres Pferd, das als unreitbar galt, und als Fred Rai mit Apache sein riesiges Gelände erkundete und dann mit seinem Bändele gelassen durch die auf seinem Grund liegende Western- und Touristenstadt Tombstone ritt, trauten die einheimischen Cowboys ihren Augen nicht, denn sie kannten Apache nur als "Verbrecher".

Es reicht eben nicht, ein Leben lang mit Pferden umgegangen zu sein. Das alleine macht einen noch längst nicht zum Pferdekenner. Wie gut, daß es Leute gibt, die weiter sind als der durchschnittliche Cowboy, Leute, von denen man wirklich lernen kann. Ergreifen Sie Ihre Chance! "Auch wir haben Gefühle" eignet sich übrigens auch ganz vorzüglich als Geschenk. Übergeben Sie es mit den Worten: "Dieses Buch kann man nicht vergessen."
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