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Süddeutsche Karlmay-Festspiele

"Mein Pferd" Juni 2008: Stellungnahme Fred Rai   

 
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BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 20:15    Titel: "Mein Pferd" Juni 2008: Stellungnahme Fred Rai   Antworten mit Zitat

In der Ausgabe Juni 2008, Heft 6, erschien in der Zeitschrift "Mein Pferd" ein Artikel über das Rai-Reiten.

Fred Rai hat an den Verlag eine Stellungnahme geschrieben.
Er bat uns, diesen Text auch in unserem Forum zu veröffentlichen, was wir gerne tun

Den Artikel selbst findet man im Anschluss daran.

Ein Diskussionsthema dazu gibt es hier im Forum unter http://www.rai-reiter-forum.de/viewtopic.php?t=1145

Herrn
Frank Horns
Jahr Top Spezial Verlag
GmbH & Co. KG
Troplowitzstraße 5

22529 Hamburg


Sehr geehrter Herr Horns,

Herr Rai hat mich gebeten, Ihnen zu dem Artikel „Die Rai-ne Theorie“ im Juniheft eine Stellungnahme zukommen zu lassen. Sie werden sicher verstehen, dass der Chef der Westerncity und Intendant der Süddeutschen Karl-May-Festspiele – zu deren Aufführungen (u.a. mit Horst Janson) werden heuer wieder mehr als 25 000 Besucher erwartet – im Moment dafür keine Zeit findet, zumal er weiterhin auf landesweiten Veranstaltungen seinen pferdeschonenden Reitstil vorstellt.

„Die Rai-ne Theorie“, der Begriff Theorie im Titel läßt eine sachliche Auseinandersetzung mit der Reitlehre von Fred Rai erwarten, doch schon die süffisante Einleitung macht stutzig. Im Folgenden finden dann weder eine Darstellung, noch eine Auseinandersetzung mit einer Theorie statt. Es werden nicht einmal wesentliche empirische Erkenntnisse korrekt dargestellt.

Dass die recht unerfahrene Schreiberin mehr als sechs Stunden lang eine ausführliche Einweisung in die Grundlagen der Psyche und der Verhaltensweise von Pferden, sowie in die Wirkungsweise der Gefühle erhielt, war ein Entgegenkommen von Herrn Rai, der gerade von einem längeren Aufenthalt auf seiner Ranch in USA zurück war. Dass Ihre Mitarbeiterin trotz einer Demonstration der Umsetzung im praktischen Umgang mit einem Pferd nicht in der Lage war, die Tragweite des Themas zu erfassen, wird ersichtlich, wenn sie dabei als wesentlich herausstellt: „Bauch und Hinterhand sind kaum bemuskelt. ...“ (bei einem Pferd, das, wie sie weiß, nach vier Monaten auf der Koppel erstmals wieder geritten wird, doch eine Selbstverständlichkeit). Sie erkennt nicht einmal den Unterschied zwischen einer Dominanzvolte, dem freiwilligen Abbiegen (rund machen) des gesamten Pferdekörpers, das allein durch die Körperdrehung des Reiters ausgelöst wird und dem „Flexen“, bei dem lediglich der Pferdekopf abgebogen wird.

Andererseits findet die entscheidende Erkenntnis, dass Pferde - außer einem leisen Stöhnen - keinen Schmerzlaut haben (von Fred Rai in seinem Buch „Ohne Peitsche – ohne Sporen“ 1992 als erstem publiziert) in dem Bericht nicht einmal Erwähnung. Mit der Verbreitung dieser Tatsache des fehlenden Schmerzlautes könnten Sie zur dringend nötigen Sensibilisierung der Reiter und damit zum Wohl ihrer Pferde beitragen.

Insgesamt fällt auf, dass Ihre Mitarbeiterin das ihr zur Verfügung gestellte Material entweder überhaupt nicht bearbeitet oder einfach nicht verstanden hat; eine vernünftige Bewertung findet jedenfalls nicht statt. „Anfangs Pappohren“ ist wichtig genug für eine Zwischenüberschrift. Dieses Bonmot stammt allerdings von der Schreiberin selbst, es hat mit dem Rai-Reiten nichts zu tun. Gravierend ist, dass durch die unsaubere Darstellung und die Weglassung wesentlicher Inhalte ein falsches Bild gezeichnet wird.
Die Ebene der Gefühle (vgl. das wissenschaftliche Standardwerk „Auch wir haben Gefühle“ von Fred Rai) bleibt der auf rein mechanisches Reiten fixierten Schreiberin verschlossen. Dabei ist dies die Basis, auf der es dem Menschen gelingt, zum Leittier zu werden, unter dem sich das Pferd geborgen fühlt und dem es deshalb freiwillig gehorcht. Gewalt und Schmerzeinwirkung sind bei diesem Reitstil, bei dem auf schonendste Weise mit den Pferden umgegangen wird, absolut tabu.

Dass Ihre Mitarbeiterin auch dort, wo sie tatsächlich einmal Position bezieht, nicht auf der Höhe der wissenschaftlichen Erkenntnisse ist, versteht sich fast von selbst. Über die von Fred Rai bereits vor 15 Jahren ausgewogene Sitzposition im natürlichen Gleichgewicht des Pferdes hätte sie sich längst bei der Konkurrenz (Cavallo) informieren können. Doch nicht nur dies, sondern auch die Wirkungsweise des Nackenbandes scheinen ihr und der als Expertin eingeführten Osteopathin fremd zu sein. Dreist und peinlich für die Leiterin eines umstrittenen Institutes, den Sitz beim Rai-Reiten als zu weit hinten abzuqualifizieren, ohne sich als Dressurreiterin mit diesem Reitstil befasst zu haben. Da scheint es wirklich besser, >wenn sie sich von ihrem Pferd auf den Widerrist setzen lässt<.
Beim Rai-Reiten liegt der Sattel, wie viele Millionen anderer Westernsättel, in der richtigen Sattellage des Pferdes. Das natürliche Gleichgewicht wird allein durch das Abkippen des Beckens erreicht.
Die Erfahrung zeigt, dass bei Rai-Pferden im Zeitraum von 30 Jahren weder „kissing spines“ noch Hufrollenerkrankungen aufgetreten sind, während bei klassisch gerittenen Sportpferden jährlich tausende Nervenschnitte durchgeführt werden müssen.

Über das Niveau, mit dem die Person Fred Rai und sein Umfeld beschrieben werden, nur eine kleine Anmerkung. Der Versuch, die Jahrzehnte lange Forschungsarbeit und sein mit viel persönlichem Einsatz verfolgtes Anliegen, einen pferdegerechten und schonenden Reitstil für das Wanderreiten populär zu machen, mit dem Hinweis auf sein Alter bzw. einige graue Haare ins Lächerliche zu ziehen hat in etwa die gleiche journalistische „Qualität“, wie der Versuch, die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung nach dem Dekolleté der Bundeskanzlerin zu bemessen.

Auch hier wird durch Weglassen verfälscht. Herr Rai wird sinngemäß als alternder, grau gewordener Weiberheld skizziert, der in einer heruntergekommenen Westernkulisse eine dubiose Reitmethode propagiert. Die Schreiberin weiß, dass die Westerncity zum Zeitpunkt des Interviews noch geschlossen ist, dass die Renovierungsarbeiten nach dem Winter erst begonnen haben; sie verschweigt die psychologische Ausbildung, die Tätigkeit als Universitätsdozent, die Ehrungen und Auszeichnungen, die Herr Rai für sein Engagement erhalten hat (u.a. Silberne Ehrennadel des deutschen Tierschutzbundes, Verdienstmedaille in Silber des Landkreises Aichach-Friedberg). Sie unterschlägt auch, dass er, fundiert im englischen Reitstil ausgebildet, im Turniersport bis Klasse M erfolgreich war.
Es ist davon auszugehen, dass es ihr nicht um eine sachliche Auseinandersetzung ging, sondern dass die negative Stoßrichtung von vornherein beabsichtigt war.

Ärgerlicher als der schlampige Bericht über das Rai-Reiten sind Beiträge und Reportagen wie „Heiß gelaufen“(05/2008). Ohne erkennbare Distanz wird über Veranstaltungen berichtet, bei denen Pferde aufs Übelste gequält werden. Das „Fluchtwanderwild“ Pferd wird (auf zum großen Teil hartem Boden) über 160 km bis zur Erschöpfung gejagt, nur die Hälfte erreicht das Ziel. Dass trotz zahlreicher medizinischer Kontrollen bei der letztjährigen Weltmeisterschaft zwei Pferde den Tod fanden – eines mußte von den unsäglichen Schmerzen seiner Muskelkrämpfe erlöst werden – disqualifiziert solche tierquälerischen Spektakel.
Wo bleibt ihre Kritik am falschen Einsatz von Peitsche, Sporen, Kandare oder Trense (vgl. Foto 5/2008, Seite 20). Das aufgerissene Pferdemaul, die reißende Hand ist deutlich zu erkennen, ein vorgefallener Sitz - das können doch nicht Ihre Vorbilder sein.

Wenn Ihre Schreiberin den hohen Hals von „Spitzbub“ im Galopp bemängelt, beweist sie, dass sie weder die Lehre von Herrn Rai verstanden hat, noch die Fotos in ihrem Magazin (5/2008, S. 5,10,18,57,71,91,93,94 – 6/2008, S. 41,44,72,77,88,97) richtig interpretieren kann. Alle Pferde haben, sowohl ohne Reiter, wie auch am langen Zügel im Galopp, aus Balance- und Sichtgründen einen hohen Hals; es sei denn, dass ihnen der Kopf mit Gebissen nach unten gezogen wird (05/2008, S. 83, dort wird übrigens das an „Spitzbub“ ebenfalls monierte Schweifschlagen toleriert).
Wie solche Gebisse als Hilfsmittel zu bewerten sind, können Sie beim weltweit anerkannten Experten Prof. W. Robert Cook („Metal in the mouth“) oder ganz neu in russischen Studien (von Alexander Nevzorov in Auftrag gegeben) nachlesen.
Zitat nach Prof. Cook (nicht Fred Rai): „Jedes Gebiss ist Tierquälerei“

Auch in Deutschland geht der Trend mittlerweile “Gott sei Dank“ in eine andere Richtung, wie die rasante Entwicklung des Rai-Reitens zeigt. Der Widerstand gegen tierquälerisches Verhalten hat in den letzten Jahren zugenommen. Es darf nicht sein, dass Menschen ihren sportlichen Ehrgeiz auf Kosten eines Tieres befriedigen, das seine Schmerzen nicht hinausschreien kann. Wir haben festgestellt, dass viele
Angriffe gegen Fred Rai und seinen Reitstil erfolgen, weil die Kenntnis des fehlenden Schmerzlautes nicht in den (Hoch-) Leistungssport passt.
Doch nicht diese Erkenntnis gefährdet den Leistungssport mit Pferden, sondern diejenigen Reiter gefährden ihn, die ihr Unvermögen durch Brutalität kompensieren
oder die mit Gewalt Leistungen aus Pferden herauspressen, zu denen ihre Tiere im Normalfall nicht fähig sind.

Es ist beschämend, dass durch den Artikel ein Reitstil diskreditiert wird, der vom Pferd beim erholsamen Wanderreiten nur schonende Gänge im Schritt, Jog und ruhigen Galopp fordert. Beim Rai-Reiten wird kein Pferd gequält oder überfordert, sondern so natürlich wie möglich gehalten und geritten. Viele hundert Pferde, die durch falsche Behandlung und durch Schmerzeinwirkung zu angeblichen „Verbrechern“ gemacht wurden, konnten wieder zu braven und verlässlichen Tieren ausgebildet werden.

Jeder aufrichtige Pferdefreund ist uns willkommen. Er kann sich selbst von unserer schmerzfreien, artgerechten Arbeit mit Pferden überzeugen, sehen, wie die sensiblen Tiere auf die leichteste Körperdrehung in völliger Harmonie mit dem Reiter reagieren. Wie Bewegungen des Menschen ohne Zwang zu denen des Tieres werden – und die des Tieres zu denen des Menschen. Wo bei Paraden nicht einmal das „Bändele“ (leichtes Schnurhalfter) benötigt wird, sondern die leichteste Entlastung des Steigbügels genügt. Wo die Pferde die Geborgenheit, die Nähe des Menschen suchen und ihm ohne Zügel folgen.
Wie perfekt dies funktioniert hat Fred Rai bei über 7000 Auftritten als ausgebildeter Bassbariton-Sänger auf seinem Pferd gezeigt, ohne dass je ein Schaden verursacht wurde. Selbst im dichtesten Straßenverkehr bleibt sein Pferd, auch ohne Zäumung, unter Kontrolle, denn wenn der Mensch das Leittier ist, sind Pferde berechenbar ungefährlich:
Tiere können nicht falsch sein, sie können nicht gegen ihre natürlichen Veranlagungen handeln. Nur der Mensch mit seinem logischen Denkvermögen ist in der Lage, seine Absichten, gute oder schlechte, zu verbergen, ...“ schreibt Fred Rai in seinem soeben erschienenen neuen Buch „Werde zum Leittier deines Pferdes“.

Mit diesem Satz hat er Ihre Mitarbeiterin sinngemäß verabschiedet. An ihre Zusage, ihm den Artikel vor Veröffentlichung vorzulegen, hat sie sich nicht gehalten; sie hat ihn ohne Autorisierung veröffentlicht. Herr Rai hat damals nicht erwartet, dass seine Bemühungen und sein Entgegenkommen so übel gelohnt werden.

Gerne nehme ich deshalb die von Ihnen an Herrn Rai gegebene Zusage zur Kenntnis, dass Sie in gleichem Umfang einen von ihm autorisierten Bericht veröffentlichen werden. Wir werden Ihnen in zeitlich angemessenem Abstand einen sachlich einwandfreien Artikel zukommen lassen.

Abschließend darf ich Sie im Namen von Herrn Rai zu den Süddeutschen Karl-May-Festspielen herzlich einladen. Sie könnten bei dieser Gelegenheit sowohl die WesternCity, als auch das Rai-Reiten und vor allem den Begründer dieses Reitstils, Fred Rai, besser und näher kennen lernen.


Mit freundlichen Grüßen

Hans H. Wacker
(Pressesprecher)




Das Titelbild zum Artikel:



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BeitragVerfasst am: 20.06.2008, 07:00    Titel:   Antworten mit Zitat

Der Artikel:


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BeitragVerfasst am: 29.06.2008, 10:43    Titel:   Antworten mit Zitat

Leserbrief aus "Mein Pferd", Ausgabe 7/2008


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BeitragVerfasst am: 05.08.2008, 14:06    Titel:   Antworten mit Zitat

Leserbrief aus "Mein Pferd", Ausgabe 8/2008


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